praxis-dr-graf.de https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/ Thu, 30 Apr 2026 07:09:11 +0000 de-DE hourly 1 Parlamentarisches Frühstück in Berlin: Austausch zur Zukunft der zahnmedizinischen Prävention https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parlamentarisches-fruehstueck-in-berlin-austausch-zur-zukunft-der-zahnmedizinischen-praevention/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parlamentarisches-fruehstueck-in-berlin-austausch-zur-zukunft-der-zahnmedizinischen-praevention/#comments Mon, 06 Apr 2026 19:13:35 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parlamentarisches-fruehstueck-in-berlin-austausch-zur-zukunft-der-zahnmedizinischen-praevention/ Weiterlesen

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Beim parlamentarischen Frühstück der Initiative „Beyond Fluorid“ in Berlin stand die Zukunft der zahnmedizinischen Prävention im Mittelpunkt eines intensiven Austauschs zwischen Politik, Wissenschaft und Zahnmedizin. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war auch Dr. Johanna Graf, stellvertretende Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der Initiative.

Die Veranstaltung bot eine wichtige Plattform, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Prävention von Zahnerkrankungen zu diskutieren und direkt mit politischen Entscheidungsträgern zu teilen. Besonders wertvoll war der persönliche Dialog mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages. So kam es unter anderem zu einem Austausch mit dem Bundestagsabgeordneten Axel Müller, der sich im Parlament mit Fragen der Zahngesundheit beschäftigt.

Ein zentraler Bestandteil des parlamentarischen Frühstücks war die Präsentation aktueller wissenschaftlicher Studien zur Fluoridanwendung in der Kariesprävention. Die Initiative stellte die bestehende Studienlage offen und transparent dar und sprach dabei auch mögliche Nebenwirkungen der Fluoridanwendung an. Ziel war es, eine sachliche, wissenschaftlich fundierte Grundlage für den gesundheitspolitischen Dialog zu schaffen.

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Darüber hinaus informierten die Expertinnen und Experten über Hydroxylapatit als mögliche Alternative in der Kariesprävention. Der biomimetische Wirkstoff ähnelt dem natürlichen Zahnschmelz und zeigt in wissenschaftlichen Studien ebenfalls eine kariesprotektive Wirkung, die mit Fluorid vergleichbar sein kann. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass für Hydroxylapatit nach der aktuellen Studienlage keine bekannten Nebenwirkungen beschrieben sind.

Die Initiative Beyond Fluorid setzt sich dafür ein, wissenschaftliche Erkenntnisse transparent zu vermitteln und den Dialog zwischen Forschung, Praxis und Politik zu stärken. Ziel ist es, moderne Präventionsstrategien weiterzuentwickeln und Patientinnen und Patienten evidenzbasierte Optionen für ihre Mundgesundheit aufzuzeigen.

Der Austausch in Berlin hat erneut gezeigt, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Wissenschaft, Zahnmedizin und Politik ist. „Ich freue mich sehr, Teil dieser Initiative zu sein und gemeinsam mit engagierten Kolleginnen und Kollegen daran zu arbeiten, die Zukunft der zahnmedizinischen Prävention aktiv mitzugestalten“, betonte Dr. Johanna Graf.

„Der Dialog zwischen Wissenschaft, Zahnmedizin und Politik ist entscheidend, um moderne Präventionsstrategien weiterzuentwickeln“, betont Dr. Johanna Graf. „Ich freue mich sehr, diese Diskussion im Rahmen der Initiative aktiv mitgestalten zu können.“

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Neu: Dentosophie – ganzheitliche Balance für Körper und Kiefer https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neu-dentosophie-ganzheitliche-balance-fuer-koerper-und-kiefer/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neu-dentosophie-ganzheitliche-balance-fuer-koerper-und-kiefer/#comments Fri, 16 Jan 2026 15:29:56 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neu-dentosophie-ganzheitliche-balance-fuer-koerper-und-kiefer/ Weiterlesen

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Nun als breit aufgestelltes Behandlungsangebot in unserer Praxis.

Manchmal beginnt Gesundheit dort, wo man sie nicht vermutet: beim Atmen, Schlucken und Kauen.

Die Dentosophie ist in unserer Praxis seit Längerem ein fester Bestandteil der ganzheitlichen Zahnmedizin und wurde bisher mit großer Erfahrung von Frau Dr. Pfefferkorn angewendet. Umso mehr freut es uns, dass dieses bewährte, sanfte Therapiekonzept inzwischen in unserer Praxis von mehreren speziell weitergebildeten Zahnärztinnen und Zahnärzten angeboten werden kann.

Johanna Schalbe, Dr. Felix Weinhart und Dr. Johanna Graf haben sich intensiv auf dem Gebiet der Dentosophie fortgebildet und ihre Qualifikation erfolgreich abgeschlossen. Damit steht unseren Patienten diese besondere Form der funktionellen und ganzheitlichen Behandlung jetzt in größerem Umfang und mit noch mehr Zeit für Sie zur Verfügung.

Die Dentosophie betrachtet den Menschen als Einheit. Sie unterstützt die natürliche Balance der Muskel- und Körperfunktionen und kann dabei helfen, Beschwerden wie Zähneknirschen, Kiefergelenksprobleme, Verspannungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder stressbedingte Symptome nachhaltig zu lindern – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen.

Mit viel Feingefühl und einem individuell ausgewählten, weichen Silikongerät, dem sogenannten Balancer, begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten auf dem Weg zu mehr Entspannung, besserer Funktion und einem neuen Körpergefühl.

Unser Anliegen: nicht nur Zähne zu behandeln, sondern den ganzen Menschen.
Sanft. Ganzheitlich. Mit Erfahrung und Herz.

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Erfolgreicher Auftritt von Dr. Johanna Graf beim internationalen Keramik-Implantologie-Kongress (JCCI) https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neuigkeit-aus-unserer-praxis/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neuigkeit-aus-unserer-praxis/#comments Wed, 19 Nov 2025 16:34:59 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neuigkeit-aus-unserer-praxis/ Weiterlesen

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Am 10. und 11. Oktober 2025 nahm Frau Dr. Johanna Graf am 5. JOINT CONGRESS for CERAMIC IMPLANTOLOGY (JCCI) in Kreuzlingen (Schweiz) teil.

Als erste weibliche Ambassador Implantologin Europas war Frau Dr. Graf dort mit einem Fachvortrag vertreten. Der international anerkannte Kongress, organisiert von Swiss Dental Solutions (SDS), bot eine wichtige Plattform für aktuelle Entwicklungen in der Keramik-Implantologie, metallfreien Zahnmedizin und biologisch orientierten Behandlungskonzepten.

In ihrem Vortrag stellte Frau Dr. Graf praxisnahe Erfolgsfaktoren der Keramik-Implantologie vor – mit Fokus auf Ästhetik, Biokompatibilität und eine nachhaltige therapeutische Perspektive.

Wir freuen uns, dass unsere Praxis durch diesen Beitrag im internationalen Austausch vertreten war.

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Dr. Johanna Graf begeistert bei den 18. Festspielgesprächen in Schloss Hofen/Bregenz https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/dr-johanna-graf-begeistert-bei-den-18-festspielgespraechen-in-schloss-hofen-bregenz/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/dr-johanna-graf-begeistert-bei-den-18-festspielgespraechen-in-schloss-hofen-bregenz/#comments Tue, 30 Sep 2025 12:54:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/dr-johanna-graf-begeistert-bei-den-18-festspielgespraechen-in-schloss-hofen-bregenz/ Weiterlesen

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Im festlichen Ambiente von Schloss Hofen bei Bregenz/Österreich fand vom 31.07. bis zum 3.8.2025 der interdisziplinäre Kongress „18. Festspielgespräche – Erfahrungs-Zahn-Medizin: Kohärenz – Resonanz – Empathie“ statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Irmgard Simma (Gesellschaft für ganzheitliche Zahnheilkunde, ÖGZMK) wurde ein intensiver Austausch zwischen Medizin, Zahnmedizin, Psychologie und weiteren Gesundheitsberufen ermöglicht.

Das Konzept der diesjährigen Festspielgespräche widmete sich unter dem Titel „Erfahrungs-Zahn-Medizin: Kohärenz – Resonanz – Empathie“ den feinsinnigen Wechselwirkungen zwischen Körper, Geist, Bewusstsein und Umwelt. Themen wie das harmonische Zusammenspiel (Kohärenz), die feinfühlige Kommunikation (Resonanz) und das empathische Eingehen auf Patienten wurden in den Mittelpunkt gestellt.

Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag von Dr. Johanna Graf (Straubing) mit dem Titel „Hotspot Zahn – Der Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Gesundheit“. In ihrem viel beachteten Beitrag erläuterte Frau Dr. Graf eindrucksvoll und wissenschaftlich fundiert die systemischen Auswirkungen von wurzelbehandelten Zähnen, verkapselten Entzündungen im Kiefer wie die FDOK (Fettig-degenerative Osteonekrosen im Kiefer), der Parodontose sowie von langzeit-toxischen Wirkungen von zahnärztlichen Werkstoffen wie Titan und anderen Metallen. Sie betonte dabei die Bedeutung der Umwelt-Zahnmedizin in der Diagnostik und Therapie bei chronischen Erkrankungen und appellierte an ein ganzheitliches Verständnis zahnmedizinischer Interventionen und Sanierungen.

Die Veranstaltung wurde von einem stimmungsvollen Rahmenprogramm begleitet – darunter eine Bootsausfahrt zum Klangfeuerwerk in Langenargen, ein Besuch der Bregenzer Festspiele), sowie Live-Musik.

Weitere namhafte Referenten des interdisziplinären Austausches waren unter anderem Prof. Dr. Joachim Bauer (Berlin), Experte auf dem Gebiet der Bereich der Psychoneuroimmunologie, Dr. Hans-Peter Friedrichsen, einem höchst angesehenen Wissenschaftler der Ernährungs- und Stoffwechselforschung, Dr. Bodo Köhler, einem Pionier der Bioresonanzmedizin, Dr. Ralf Oettmeier (Gais), Medizinischer Direktor der Alpstein Clinic für integrative Medizin, Dr. Dr. Jürgen HESCHELER (Köln), Physiologe und Stammzellforscher, Direktor des Instituts für Neurophysiologie an der Universität zu Köln, Prof. Dr. Panhofer, integrativmedizinischer Allgemein- und Viszeralchirurg mit Fokus auf Traditionelle Chinesische Medizin und Orthomolekulare Medizin, um nur einige zu nennen.

Die Festspielgespräche gelten seit 1999 als einzigartige Plattform für medizinische Ganzheitlichkeit und interdisziplinären Dialog.

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Hohe Auszeichnung: Erste weibliche Ambassador-Implantologin Europas https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hohe-auszeichnung-erste-weibliche-ambassador-implantologin-europas/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hohe-auszeichnung-erste-weibliche-ambassador-implantologin-europas/#comments Sun, 23 Feb 2025 17:10:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hohe-auszeichnung-erste-weibliche-ambassador-implantologin-europas/ Weiterlesen

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Wir freuen uns, Ihnen heute eine besondere Nachricht aus unserer Praxis mitteilen zu dürfen!

Dr. Johanna Graf, die Leiterin der Zahnarztpraxis Dr. Graf & Kollegen, wurde als erste weibliche Zahnärztin in Europa mit dem SDS Ambassador-Titel ausgezeichnet. Diese Ehrung wird ausschließlich erfahrenen Implantologen verliehen, die sich auf Keramikimplantate spezialisiert haben und für herausragende Arbeit auf diesem Gebiet bekannt sind.

Dr. Ulrich Volz, der Gründer von SDS und Pionier auf dem Gebiet der Keramikimplantologie, reiste extra dafür aus der Schweiz an, um diesen Titel persönlich feierlich überreichen zu können.

Diese Auszeichnung spiegelt das hohe Niveau wieder, das wir in unserer Praxis anstreben, und bestätigt unser Engagement und Wissen in der ganzheitlich-biologische Zahnmedizin.

Sie gibt auch Ihnen die Sicherheit, dass Sie bei uns in besten Händen sind, wenn es um Keramikimplantate und Störfeldsanierungen geht.

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Parodontose https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parodontose-thema-die-zahnfleischerkrankung-aus-ganzheitlicher-sicht/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parodontose-thema-die-zahnfleischerkrankung-aus-ganzheitlicher-sicht/#comments Sun, 16 Feb 2025 00:00:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/parodontose-thema-die-zahnfleischerkrankung-aus-ganzheitlicher-sicht/ Weiterlesen

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Die Zahnfleischerkrankung aus ganzheitlicher Sicht 

Die „Parodontose“ ist insbesondere in den Zivilisationsländern eine weitverbreitete Erkrankung. Es handelt sich hierbei um eine chronische Entzündung von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat und heißt wissenschaftlich korrekt Parodontitis marginalis. Die Krankheit startet meist recht harmlos, mit einer Zahnfleischentzündung, die dann in ihrer Intensität so nach und nach fortschreitet, weiter zu Knochenabbau an den entzündeten Zähnen führt und nicht selten mit lockeren Zähnen und Zahnverlust endet.

Die Ursachen

Mehr als nur Bakterien
Die Parodontitis marginalis ist eine bakterielle Infektion, ausgelöst durch spezielle Keime, sogenannte gramnegative Anaerobier. Diese Bakterien sind zwar natürlicher Bestandteil der Mundflora, verursachen jedoch Probleme, wenn sie sich unkontrolliert vermehren. Warum kommt es aber bei manchen Menschen zu dieser unkontrollierten Vermehrung?

Bakterien benötigen zum Wachstum stets ein gewisses Umfeld und bestimmte Rahmenbedingungen, um gut gedeihen zu können. Für die Zusammensetzung der Bakterienflora im Mund ist deshalb das „Mundmilieu“ von entscheidender Bedeutung.

Überwiegen die pathogenen Keime im Mund, ist das ein Hinweis dafür, dass sich die idealen Rahmenbedingungen für eine ausgewogene und gesunde Bakterienflora (= Symbiose) verändert haben in Richtung Pathologie (= Dysbiose).

Somit hat sich der Säure-Basen-Haushalt beim parodontal Erkrankten durch verschiedenste äußere und innere Einflüsse (Abb. 1) verändert, was schließlich in der Co-Therapie von Bedeutung ist. Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt im Körper schafft aber ideale Bedingungen für schädliche Bakterien, verschlechtert generell das Gleichgewicht einer gesunden Körperflora und ist somit auch der Boden für Dysbiosen in anderen Keimtragenden Arealen des Körpers. So können beispielsweise Dysbiosen im Mund durchaus auch mit Dysbiosen im Darm oder auch im Genitalbereich vergesellschaftet sein.

Auch die genetische Veranlagung (= individuelle Schwachpunkte) spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Parodontose und darf hier nicht unerwähnt bleiben. Studien zeigen, dass die Anfälligkeit für Parodontitis familiär gehäuft auftritt. Diese Schwachpunkte sind jedem bereits in die Wiege gelegt. Vererbte genetische Schwächen können das Immunsystem dazu bringen, auf harmlose Reize mit übermäßigen Entzündungen zu reagieren.

Symbiose
1. Innere und äußere Einflussfaktoren einer Parodontalerkrankung

Parodontitis und die Gesamtgesundheit

Die Folgen einer Parodontitis beschränken sich nicht nur auf den Mund. Entzündungsstoffe und Bakterien können über die Blutbahn, Lymphe oder andere Körperflüssigkeiten leicht in andere Körperregionen gelangen und erhöhen so das Risiko für:
► Endokarditis, Thrombosen, Herzinfarkt und Schlaganfall
► Schwangerschaftskomplikationen
► Allgemeine Infektionsanfälligkeit durch ein geschwächtes Immunsystem

Darüber hinaus können Umweltfaktoren wie Schadstoffe oder eine ungesunde Lebensweise die Krankheit verstärken.

Somit zeigt sich die Parodontitis marginalis als Symptom innerhalb eines größeren Symptomenkomplexes, den es therapeutisch in seiner Gesamtheit zu berücksichtigen gilt!

Parodontitis im Gesamtkontext betrachten

Parodontitis ist nicht nur eine Erkrankung des Zahnfleisches, sondern ein Symptom für ein gestörtes Regulations-Gleichgewicht im gesamten Organismus.

Ihre Behandlung muss daher sowohl die lokale Infektion im Mund als auch die zugrunde liegenden systemischen Probleme berücksichtigen.

Mit der richtigen Kombination aus zahnärztlicher Therapie, gesunder Lebensweise und regelmäßiger Vorsorge können Betroffene ihre Mundgesundheit verbessern und langfristige Schäden vermeiden.

Damit eine Parodontitis marginalis mit ihren zerstörerischen Auswirkungen auf Zähne, Zahnfleisch und den gesamten Organismus überhaupt ausbricht, müssen verschiedene Faktoren zusammenwirken (Abb. 2). Diese Kombination aus genetischen, biochemischen, immunologischen und umweltbedingten Einflüssen macht die Erkrankung zu einer vielschichtigen Herausforderung in der zahnärztlichen und medizinischen Behandlung.

1. Genetische Schwächen als Grundlage
Eine zentrale Rolle spielt die genetische Veranlagung. Etwa 30 % der Bevölkerung in Mitteleuropa tragen Genveränderungen, die das Immunsystem schon bei Banalinfektionen zu einer überschießenden Entzündungsreaktion neigen lassen. Bereits geringfügige Reize – wie eine leichte bakterielle Infektion – können bei diesen Menschen starke Entzündungsprozesse auslösen.

Die Intensität dieser genetisch bedingten Immunreaktionen lässt sich durch eine spezielle Diagnostik (z.B. Mundschleimhautabstriche) bestimmen. Diese Analyse kategorisiert die Entzündungsneigung in fünf Schweregrade, wobei Grad 0 für eine moderate und Grad 4 für eine äußerst aggressive Entzündungsantwort steht. Patienten mit höheren Graden haben ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe der Parodontitis, was den Therapieerfolg erschwert.

2. Säure-Basen-Haushalt - Die Bedeutung des Mundmilieus
Ein gestörter Säure-Basen-Haushalt begünstigt die Entstehung und das Fortschreiten von Parodontitis. Bereits kleine Milieuveränderungen können die Funktion von Enzymen beeinträchtigen und den Stoffwechsel sowie die Energieversorgung der Zellen negativ beeinflussen.

Dies führt allmählich zu:
► einer allgemeinen Enzym- und Verdauungsschwäche,
► Mangelzustände an Vitaminen und Mineralstoffen,
► einem für schädliche Bakterien günstigen Mundmilieu.

Eine chronische Übersäuerung schafft also ideale Bedingun- gen für eine bakterielle Dysbiose, einem Ungleichgewicht in der Mundflora, bei dem krankheitserregende Keime leicht die Oberhand gewinnen.

3. Immunologische und umweltbedingte Verstärker

Neben genetischen und biochemischen Aspekten wirken sich verschiedene Faktoren verstärkend auf die Parodontitis aus:
► Umwelt- und Genussgifte,
► Zucker, Kaffee, Alkohol, Tabak, Drogen,
► Schwer- und Leichtmetalle aus Zahnfüllungen (z.B. Amalgam), Kosmetika oder Lebensmitteln,
► Zahnstörfelder wie wurzelbehandelte Zähne oder entzündlich veränderte Kieferbezirke im Sinn einer FDOK (fettig degenerative Osteolyse im Kiefer), korrodierende Metalle aus Zahnersatz etc., die verstärkend auf die bakterielle Dysbiose und damit auf die Zahnfleischerkrankung wirken.

4. Persönliche Lebensführung
Folgende Faktoren verstärken die entzündlich-zerstörerischen Reaktionen des Organismus:
► Stress, psychische Belastungen, Bewegungs- und Schlafmangel,
► physikalische Belastungen wie Elektrosmog,
► chronische Entzündungen.

Voraussetzungen einer bakteriellen PA Infektion

2. Voraussetzungen für eine PA-Infektion

5. Stoffwechselerkrankungen
Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetesmellitus) verstärken die Tendenz für Zahnfleischerkrankungen.

Therapieansätze

Lokal und ganzheitlich
Die Behandlung der Parodontitis marginalis erfordert, dass sowohl die lokalen Symptome als auch die systemischen Ursachen berücksichtigt werden.

Unter Berücksichtigung der vorher ausgeführten Umstände, die in ihrer Gesamtheit zu einer Parodontitis marginalis führen, erfordert die Therapie der Zahnfleischerkrankungen sinnvollerweise eine Kombination aus lokaler und ganzheitlicher Therapie und damit ein mehrstufiges Konzept.

Die lokalen Maßnahmen in der Zahnfleischtasche sind:
► Entfernung äußerer Reizfaktoren durch die Beseitigung von Ablagerungen mittels Scaling und Wurzelglättung etc.
► Professionelle Zahnreinigung zur Entfernung von Belägen.
► Antibakterielle Einlage, Antibiotika oder Ozontherapie, um Bakterien zu reduzieren.
► Regelmäßige Kontrollen und Nachsorge im Abstand von drei bis vier Monaten.

Als ganzheitlicher Ansatz empfiehlt sich zur Optimierung und Stabilisierung der lokalen Maßnahmen und als Begleittherapie eine Änderung der allgemeinen Milieu-Entgleisungen durch:
► Optimierung der Ernährung und Nahrungsergänzung mit Vitaminen und Mineralstoffen,
► Optimierung des Stoffwechsels durch persönliches Stressmanagement, Sport und Entspannungstechniken,
► Optimierung des Immunsystems durch Reduktion von Umweltgiften und Optimierung des Stoffwechsels.

Die Parodontitis marginalis ist eine chronische Erkrankung. Selbst nach erfolgreicher Behandlung bleibt die Gefahr eines Rückfalls bestehen.

Eine regelmäßige Nachsorge in Form von professioneller Zahnreinigung und Kontrolle des Mundmilieus ist daher essenziell.

Fazit

Die „Parodontose“ ist ein Symptom eines größeren Problems
Die Parodontitis marginalis ist mehr als nur eine Zahnfleischerkrankung – sie ist Ausdruck eines gestörten Gleichgewichts im gesamten Organismus. Neben genetischen Prädispositionen spielen Umweltfaktoren, Lebensstil und systemische Erkrankungen dabei eine entscheidende Rolle.

Eine erfolgreiche Therapie erfordert daher nicht nur die Bekämpfung der lokalen Entzündung, sondern auch eine umfassende, ganzheitliche Betrachtung des Patienten. Mit der richtigen Kombination aus zahnärztlicher Behandlung, Lebensstiländerungen und regelmäßiger Nachsorge können die Erkrankung kontrolliert und ihre Folgen minimiert werden.

Die Behandlung der „Parodontose“ ist nur ein relativ kleiner Teil aus dem Fachgebiet der ganzheitlich-biologischen und Umwelt-Zahnmedizin. Alle Themen darüber finden Sie laienverständlich im Buch „Hotspot Zahn – der Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Gesundheit“, welches insbesondere für chronisch Kranke eine sehr wichtige Informationsquelle ist.

Autorin: Dr. Johanna Graf

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Wie Zahn-Implantate unsere Gesundheit beeinträchtigen https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wie-zahn-implantate-unsere-gesundheit-beeintraechtigen/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wie-zahn-implantate-unsere-gesundheit-beeintraechtigen/#comments Mon, 03 Feb 2025 00:00:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wie-zahn-implantate-unsere-gesundheit-beeintraechtigen/ Weiterlesen

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Risiken und Nebenwirkungen des Werkstoffes Titan

Titan, ein Leichtmetall, wird in der Medizin als sehr körperverträglich angesehen, da bislang darauf kaum Allergien nachgewiesen wurden. Deshalb werden Titan-Ersatzteile in der Gelenk- und Ersatzchirurgie häufig eingesetzt. Auch in der Zahnmedizin werden seit vielen Jahren Titan-Implantate genutzt, um verlorene Zähne zu ersetzen. Diese Implantate sind einfach zu setzen und bleiben stabil im Kieferknochen verankert, was einen festen Zahnersatz ermöglicht.

Einige Patienten berichten jedoch nach dem Einsetzen von Titan-Implantaten über allgemeines Unwohlsein und verschiedene gesundheitliche Probleme.

Da Titan aber als sehr verträglich gilt, werden die Symptome oft nicht mit dem Implantat in Verbindung gebracht. Diese Meinung könnte jedoch eine voreilige Einschätzung sein.

In der evidenzbasierten Medizin ist ein Werkstoff unverträglich, wenn eine Allergie darauf nachgewiesen wird – und Allergien auf Titan sind selten dokumentiert. Dabei wird jedoch übersehen, dass es neben Allergien auch noch andere Formen von Unverträglichkeiten gibt (Abb. 1). Daher sollten wir besser über verschiedene Arten von Unverträglichkeiten sprechen, nämlich von immunologisch (orange) und toxikologisch (blau) bedingten Unverträglichkeiten. Eine Allergie ist dabei nur e i n e von mehreren Formen einer Unverträglichkeit.

Unvertraeglichkeitsreaktionen. 1

1 Verschiedene Arten der Werkstoffunverträglichkeiten

Ganzheitlich-biologisch betrachtet gibt es deshalb in der Titan-Implantologie drei Arten möglicher Unverträglichkeitsreaktionen:
► Allergische Reaktionen
► Entzündliche Irritationen
► Subtoxische Belastungen

Unterschiedliche biologische Reaktionen auf den Werkstoff Titan

1. Allergische Reaktionen
Allergien sind klar definierte entzündliche Abwehrreaktionen auf Fremdstoffe. Wir unterscheiden dabei Sofortreaktionen (Typ I) und Spätreaktionen (Typ IV). Bei zahnärztlichen Werkstoffen sind meist Spätreaktionen relevant, die durch einen Hauttest (Epicutan-Test) oder einen Bluttest (Lymphozyten-Transformationstest = LTT) diagnostiziert werden können. Nach den Praxiserfahrungen der Autorin liefert der LTT für zahnärztliche Werkstoffe die genaueren Ergebnisse.

2. Entzündliche (Über-)Reaktionen
Jedes Implantat heilt über eine Entzündungsreaktion im Kiefer ein. Dieser Prozess ist ein natürlicher Vorgang einer jeden Heilung. Zu beobachten ist allerdings, dass bei manchen Patienten eine unnatürlich überschießende Entzündungsreaktion stattfindet, die das Einheilen des Implantats zum Problem werden lassen kann.

Immunologisch überschießende Reaktionen auf Titan erfolgen vornehmlich bei bestimmter genetischer Veranlagung. Liegt eine diesbezügliche Disposition vor, dann kommt es, induziert durch den Werkstoff Titan, zu einer langanhaltenden Entzündungsreaktion. Es handelt sich hierbei um eine überschießende, spezifisch-entzündliche Abwehrreaktion auf dieses Metall.

Diese Entzündung kann zum einen lokal wirken, indem sie das Einheilen des Implantats schwer bis unmöglich macht. Es ist zum anderen, aber auch möglich, dass die Entzündung über Botenstoffe z.B. über Blut, Lymphe oder andere Körperflüssigkeiten an andere Stellen des Körpers weitertransportiert wird, sodass es dort zu Entzündungsreaktionen fern der Ursache und damit zu, für die evidenzbasierte Medizin, unerklärlichen Reaktionen kommen kann, wie z.B.:
► Entzündliche Schilddrüsenerkrankungen
► Gelenkserkrankungen
► Arteriosklerose und Bluthochdruck
► Herzkrankheiten

Als weitere häufige Symptome können Abgeschlagenheit, Kräfteverfall, Hautprobleme sowie lokalisierter Druckschmerz und/ oder Schwellungen fern der Ursache auftreten.

Bewiesen ist bei Titan, dass es sogenannte immunologische „Highresponder“ gibt. Immunologische Highresponder können labormedizinisch sehr gut durch einen sogenannten „Titan-Stimulationstest“ erkannt und eindeutig identifiziert werden.

Hierbei muss aber beachtet werden, dass dieser Test immer nur eine Momentaufnahme darstellt, was bedeutet, dass ein negatives Testergebnis möglicherweise bereits kurze Zeit später positiv ausfallen könnte. Ursächlich könnten dafür die ständigen Auseinandersetzungen unseres Immunsystems mit anderen Titanquellen – die in Form von Titanoxiden, z.B. Weißmachern in vielen Kosmetika (auch Naturkosmetik), Medikamenten und Nahrungsergänzungen (E171, Cl 77891, etc.), zugesetzt werden – verantwortlich sein. Bis 2022 fand man Titan auch als Nanopartikel in vielen Lebensmitteln, bis die EU diese Zusätze als krebserregend einstufte und sie verboten hat.

3. Subtoxische Belastungen durch Titan
Im Gegensatz zu den allergischen und entzündlichen Reaktionen auf Titan und seinen Verbindungen (in Abb. 1 orange dargestellt), welche i.d.R. labormedizinisch gut nachgewiesen werden können, gibt es für eine subtoxische Belastung keinen labormedizinischen Nachweis. Die Folgen von subtoxischen Titanbelastungen, die in vielen Fällen symptomatisch und erst allmählich eintreten, können medizinisch meist nur durch ihre gesundheitlichen Auswirkungen postuliert werden.

Unter einer subtoxischen Belastung versteht man eine substanziell-toxische Belastung des Organismus durch einen Fremdstoff, der zwar deutlich unterhalb eines toxikologisch relevanten oder definierten Grenzwerts liegt, aber über eine lange Einwirkungszeit im Körper kumuliert (low dose – long time).

In Minidosen zugeführt, erkennt der Organismus den Stoff nicht sofort als Giftstoff. Das Immunsystem ergreift keine Abwehrreaktionen, sodass die Substanz über lange Zeiträume praktisch ungehindert im Körper deponiert werden kann und so allmählich, je nach individueller Kompensationsfähigkeit des Organismus, zu einem gesundheitlich relevanten Stressor wird.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Titan im Knochen korrodiert. In Knochenarealen von Titanimplantaten und in den regionalen Lymphknoten, der ersten regionalen Filterstation des Organismus, wurden hohe Titankonzentrationen gefunden.

Subtoxische Wirkungen von Titan werden noch diskutiert, aber es ist wahrscheinlich, dass diese ähnlich wie bei anderen Metallen wirken, mit:
► Hemmung von Enzymaktivitäten
► Bildung freier Radikale
► Öffnung der Blut-Hirn-Schranke mit Auswirkungen auf Psyche, Nerven und Immunsystem
►Autoimmunkrankheiten wie Multiple Sklerose, Alzheimer oder Morbus Parkinson
► Potenzierungseffekte mit anderen Schadstoffen

Korrodiertes Titan kann verschiedene immunologische Prozesse auslösen. Eine Studie von 2018 zeigt, dass Titanpartikel stille Entzündungen (silent inflammations) fördern können. Stille Entzündungen begünstigen wiederum die Entstehung chronischer Erkrankungen.

Des Weiteren konnte nachgewiesen werden, dass der Kontakt von hoch dosierten Fluoridpräparaten (z.B. in zahnärztlichen Prophylaxemitteln) mit Titan deutliche Oberflächenveränderungen im Sinn einer Korrosion und Oberflächenverfärbungen nach sich zieht.

Aus umwelt-zahnmedizinischer und ganzheitlich-biologischer Sicht ist Titan deshalb als Umwelttoxin einzustufen.

Zusammenfassung

Titan gilt in der zahnärztlichen Implantologie als „goldener Standard“. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein Umdenken notwendig ist.

Titan kann sowohl immunologische als auch chronisch-toxische Unverträglichkeiten erzeugen. Immunologische Unverträglichkeiten können durch einen „Titan-Stimulationstest“ nachgewiesen werden. Ein negativer Test bedeutet jedoch nicht automatisch eine immunologische Verträglichkeit, da dieser Test nur eine Momentaufnahme darstellt.

Da durch Labortests die chronisch-toxischen Effekte nicht miterfasst werden können, könnten die Testergebnisse alleinig betrachtet sowohl den Patienten als auch den Behandler in falscher Sicherheit wiegen!

Wechselwirkungen von Titan mit anderen Schadstoffen können des Weiteren toxische Potenzierungseffekte mit gesundheitlichen Verschlimmerungen verursachen.

Alternative zu Titan-Implantaten

Es gibt gute biologische Alternativen zu Titan-Implantaten ‒ Implantate aus Vollkeramik (Abb. 2). Diese sind genauso langlebig und in der Summe kostengünstig wie Titan-Implantate.

Keramik-Implantate und vollkeramischer Zahnersatz

Abb. 2: Keramik-Implantate und vollkeramischer Zahnersatz

Die Vorteile von Zirkonoxid-Keramik sind:
► Korrodiert nicht
► Hervorragende Biokompatibilität
► Geringere Bakterienanlagerung ‒ das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Knochenrückgang an Keramikimplantaten ist gering, was auch an der nachgewiesenen Weichgewebsverträglichkeit zu Keramikimplantaten liegt.
► Kann sofort nach Zahnextraktion gesetzt werden, was den zu erwartenden Knochenverlust nach einer Zahnextraktion mit zu erwartenden und möglicherweise komplizierten späteren Knochenaufbauten deutlich zu minimieren hilft.
► Große Härte und Bruchfestigkeit

Keramik-Implantate bieten sowohl gesundheitliche als auch ästhetische Vorteile und minimieren das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Knochenschwund.

Es sollte daher nach Möglichkeit immer versucht werden, einen kranken Zahn in einer Sitzung durch ein Keramikimplantat zu ersetzen, denn gerade zum Zeitpunkt einer erfolgten Extraktion ist die Knochenbildungsaktivität am größten.

Durch die Möglichkeit, Keramik-Implantate sofort nach einer Extraktion zu setzen, können Knochenverlust und spätere Komplikationen reduziert werden. Bei entsprechender Begleitbehandlung wächst das Implantat unmittelbar nach der Extraktion innerhalb von 4-6 Monaten fest im Kieferknochen ein. Somit können Keramik-Implantate im Vergleich zur üblichen Operationstechnik schon deutlich eher definitiv versorgt werden.

Ein entschiedener Vorteil ist insbesondere die bessere biologische Verträglichkeit dieses Werkstoffes im Vergleich zu Titan.

Dr. med. dent. Johanna Graf

ist Zahnärztin mit den Behandlungsschwerpunkten ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Umwelt-Zahnmedizin
Sie studierte und promovierte an der Charité Berlin und begann 2012 ihre Ausbildung im Fachbereich Umwelt-Zahnmedizin und ganzheitlich-biologische Zahnmedizin in Straubing, München und Kreuzlingen/Schweiz. Seit 2015 ist sie Mitglied in der Praxis der Dr. Graf & Kollegen in Straubing/Niederbayern.

Dr. Johanna Graf ist Mitglied im Vorstand und Vorsitzende des AK Zahnmedizin in der Deutschen Gesellschaft für Umwelt- und Human-Toxikologie (www.dguht.de) und im wissenschaftlichen Beirat des Bundesverbandes Neurodermitis, sowie Mitglied des International College of maxilla-mandibular Osteoimmunology (ICOSIM) und der ISMI (international Society of Metal Free Implantology).

Sie ist Lehrbuchautorin („Hotspot Zahn“, Elsevier-Velag München 2022), Co-Autorin des Buches „Demenz – Prävention und Therapie“ (KVC-Verlag Natur und Medizin Essen 2019) und Fachautorin für medizinische Zeitschriften.

Sie hat sich spezialisiert auf Keramikimplantate, metallfreie, digitale Prothetik sowie die Behandlung von degenerativen Kiefernekrosen (Nico).

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Über Risiken und Nebenwirkungen von nervtoten Zähnen

Eine Vielzahl von Patienten haben wurzelbehandelte Zähne im Mund und können damit problemlos kauen. Sie sind in der Regel froh, dass Zähne durch eine endodontische Behandlung erhalten werden konnten (Abb. 1).

Wurzelbehandelter Zahn

1. Wurzelbehandelter Zahn

Manche dieser Zähne bleiben ein Leben lang schmerzfrei, andere können jedoch nach einiger Zeit schmerzhaft werden oder Entzündungsherde und Zysten bilden. Wenn solche Zähne dann entfernt werden müssen, stellen manche Patienten fest, dass sich ihre chronischen Beschwerden, wie z.B. Rheuma, Schilddrüsenprobleme, Fibromyalgie, Gelenkserkrankungen oder Hautausschläge, plötzlich bessern. Wie ist so etwas erklärbar?
Prinzipiell gilt:

Ob schmerzhaft oder nicht: Jeder devitale Zahn belastet das Immunsystem in mehrfacher Weise und schränkt damit die Regenerationsfähigkeit des Organismus, auf krankmachende Reize adäquat reagieren zu können, ein.

Gesundheitlich relevante Einflüsse wurzelbehandelter Zähne

1. Die toxische Belastung durch „Leichengifte“
Selbst mit Behandlungsmikroskopen bei auf Endodontie (Wurzelbehandlungen) spezialisierten Fachzahnärzten können nur die Hauptkanäle der zu behandelnden Zähne aufgespürt und gesäubert werden. Das Kanalsystem zieht sich jedoch mit feinen und feinsten Ausläufern durch den gesamten Zahn (Abb. 2), also durch die Zahnkrone genauso wie durch die Zahnwurzel mit ihren Zentralkanälen und deren Verzweigungen.

Es ist sehr variabel, enorm verzweigt und überraschend voluminös, was zur Folge hat, dass selbst bei exaktesten Wurzelfüllungen, insbesondere bei Backenzähnen, oftmals nur bis zu 60 % des Kanalsystems gesäubert und abgefüllt werden können.

Auch der Einsatz eines Lasers oder der sog. Depot-Iontophosese erhöht diesen Prozentsatz nicht wesentlich. Das verbleibende Restgewebe (des ehemaligen Nervs) verbleibt im Zahn, zersetzt sich, zerfällt und wird über Polypeptide zu (Methyl-)Merkaptan, Polyaminen, Putrescin, Cadaverin etc. abgebaut. Es handelt sich hierbei um neurotoxisch und degenerativ wirkende „Leichengifte“, die relativ leicht aus dem Zahn in den Organismus gelangen und so während der gesamten Tragezeit in Minidosen das Immun- und Regulationssystem des Organismus belasten können.

Bildschirmfoto 2024 08 30 um 18.04.24

 2. Schematische Darstellung des weit verzweigten Wurzelkanal- systems

Ein nervtoter Zahn ist somit immer ein toxikologisches Minidepot und damit ein gesundheitlicher Dauerstress für das Immunsystem.

Versuche von Prof. B. Haley (Universität Kentucky, USA) bestätigten die toxisch relevanten Wirkungen von Mercaptan, eine Schwefel-Wasserstoff-Verbindung aus nervtoten Zähnen.

Er fand heraus, dass:
► Enzyme der Atmungskette durch wässrige Lösungen aus wurzelbehandelten Zähnen blockiert werden.
► die toxische Wirkung von Methyl-Mercaptan doppelt so groß ist wie von Schwefelwasserstoff.
► Schwefelwasserstoff in den Gehirnen junger Ratten wichtige Neurotransmitter blockiert. Ebenso werden die Aminosäuren Taurin, Glutamat und Aspartat beträchtlich vermindert.

2. Bakterielle Infektion aus wurzelbehandelten Zähnen
Jeder devitale Zahn ist, einer Reihe von Untersuchungen zufolge, permanent infiziert (vgl. Lechner 2006). Es finden sich dort Anaerobier, wie z.B. Enterococcus faecalis, E. faecalis, Actinomyceten sowie Hefepilze (Candida albicans). Diese Mikroorganismen treffen im nervtoten Zahn auf ideale Wachstumsbedingungen, kolonisieren das Kanalsystem in Form eines Biofilms und sind gegen Desinfektions-Spülungen relativ resistent.

Studien zeigen, dass vor allem Enterococcus faecalis auch intensive Desinfizierungen überlebt und dabei zum Problemkeim wird. Kein Desinfektionsmittel zeigt einen nachhaltigen antimikrobiellen Effekt gegen E. faecalis. Somit ist jeder wurzelbehandelte Zahn der Verursacher einer bakteriellen Dauer-Infektion.

3. Bakteriell induzierte toxische Belastung
Als Nebenprodukte des anaeroben Bakterienstoffwechsels im Wurzelkanal entstehen Toxine wie Hydrogensulfid (-S) und Cadaverin.

Des Weiteren produziert jedes Bakterium im Wurzelkanal durch seinen Stoffwechsel Exotoxine und setzt bei seinem Zerfall Endotoxine frei, die zusammen mit den Mercaptanen und Thioäther summierend und/oder potenzierend das toxische Geschehen eines nervtoten Zahns permanent aufrechterhalten. Ein weiteres Faktum ist, dass Anaerobier durch das Enzym L-Methionin-Lyase die Aminosäure L-Methionin u.a. in das toxische Methyl-Mercaptan umwandeln können. Methyl-Mercaptan hat, wie der Name bereits sagt („mercurius captans“), eine hohe Affinität zu Quecksilber und reagiert mit diesem zu Dimethylqueck- silber (CH3-Hg-CH3).

Dieser Stoff blockiert die aktiven Zentren der SH-Enzyme, wie z.B. Kreatin-Kinase, Adenylat-Kinase, Phosphorylat-Kinase, Phosphorylase A, Pyruvat-Kinase, Phosphorglycerat-Kinase etc., hemmt damit sehr nachhaltig die ATP-Bildung und ist somit für eine Minderung der Zellfunktionen und für eine Störung im Energiehaushalt verantwortlich.

Für Amalgamträger, die durch diese Füllung eine permanente „Quelle“ für Quecksilber im Mund mit sich tragen, sollten deshalb nervtote Zähne noch kritischer hinterfragt werden, denn Dimethyl-Quecksilber ist eines der stärksten Neurotoxine (letale Dosis > 0,1 ml). Nicht umsonst gilt es als „some of the most toxic substances known to the human“ (Dr. Johann Lechner).

4. Entzündliche Belastung durch nervtote Zähne
Jeder wurzelbehandelte Zahn ist ein toxisches Minidepot und ein Infektionsherd mit hauptsächlich anaeroben Bakterien, in deren Folge, als immunologische Reaktion, nicht ausheilbare apikale Ostitiden (Knochenentzündungen im Bereich der Zahnwurzel) entstehen.

Diese Bakterien wiederum induzieren entsprechende Makro- phagen-Aktivitäten, in deren Folge Entzündungsmediatoren wie Tumor-Nekrose-Faktor-α und verschiedene Interleukine freigesetzt werden. Diese induzieren eine permanente lokale Entzündungsreaktion.

Da bei ungünstigen genetischen Voraussetzungen diese Entzündungsmediatoren über die Lymph- und Blutbahn im gesamten Organismus verbreitet werden können, ist, je nach individuell-konstitutioneller Abwehrlage, die Gefahr von entzündlich-systemischen „Nebenwirkungen“ nervtoter Zähne in Form von chronischen Erkrankungen aller Art gegeben.

Allein durch die Ausschüttungen der Entzündungsmediatoren Interleukin-1 und Tumor-Nekrose-Faktor-α ergeben sich eine Reihe von Veränderungen mit teils vielfältigen Auswirkungen auf den enzymatischen Stoffwechsel (Abb. 3). Bei langfristigem Ungleichgewicht können so systemische Wirkungen mit höchst verschiedenartigen Symptomen, je nach individuellen Schwächen, die Folge sein. Diese Auswirkungen sind nicht vorhersehbar und für die evidenzbasierte Medizin oft nicht nachvollziehbar.

5. Die Mehrfachbelastung aus den Wurzelfüllmaterialien
Ist ein Wurzelkanal so gut wie möglich gesäubert, desinfiziert und getrocknet, wird er mit Wurzelfüllmaterialien verschiedenster Art abgefüllt. Diese enthalten Inhaltsstoffe wie Polyisoprenen, Kadmium- und Nickelfarbstoffe, Epoxidharze und in den meisten Fällen Konservierungsstoffe wie Dexamethason, Tetrajodthymol, Trioxymethylen, Formaldehyd, Paraformaldehyd, Jodoform, Perubalsam etc., vielfach sogar Sulfonamide, Antibiotika- und Kortisonzusätze, um eventuelle schmerzhafte Reaktionen zu unterdrücken. In der Regel wirken all diese Pasten zytotoxisch, gewebereizend und sind in vielen Fällen hoch allergen.

Auch Sporen des Schimmelpilzes Asper- gillus sind in wurzelgefüllten Zähnen nachgewiesen worden. Die Wirkung von Aspergillus ist von allergener und vor al- lem hochtoxischer Art.

Diagnostik

Es ist naheliegend, dass Patienten mit wurzelbehandelten Zähnen gerne feststellen lassen wollen, wie stark in ihrem Fall ein wurzelbehandelter Zahn das Immunsystem irritiert und damit zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führen kann. Welche Tests stehen uns also für eine Diagnostik zur Verfügung?

Wissenschaftlich anerkannte Testmethoden sind in erster Linie die Lymphozyten-Transformationstests (LTT) auf Mercaptane/Thioäther sowie auf Wurzelfüllmaterialien und die Tests auf die überdurchschnittliche Ausschüttung bestimmter Entzündungsmediatoren (= Effektortypisierung) durch die Leichengifte Mercaptan und Thioäther.

Was sagen diese Tests aus?
Ein LTT gibt ausschließlich an, ob eine Allergie vom Typ 4 (Spätreaktion) auf ein Toxin (Mercaptan/Thioäther, Wurzelfüllmaterial etc.) vorliegt. Ist dieser Test negativ, kann damit zwar eine Allergie ausgeschlossen werden. Dieser Test erlaubt aber keinerlei weitere Beurteilung über die toxische Einwirkung auf den Organismus.

3 Systemische Wirkungen bei Ausschuettungen von IL 1 und TNF

3. Systemische Wirkungen bei Ausschüttungen von IL-1 und TNF-α

Ein LTT ist somit keinesfalls ein allgemeiner „Verträglichkeitstest“ (wie er oft dargestellt wird), sondern ausschließlich der Ausschluss einer Allergie.

Gleiches gilt bei der sog. Effektortypisierung. Es werden dabei verschiedene Entzündungsmediatoren (Botenstoffe) als immunologische Reaktion auf einen Reizstoff (Leichengifte, Wurzelfüllmaterial) bestimmt. Die überwiegend toxische Komponente der Belastungen aus wurzelbehandelten Zähnen kann aber auch mit diesen Tests nicht erfasst werden.

Bei der Diagnostik müssen wir sehr gezielt zwischen einer immunologischen und einer toxischen Problematik unterscheiden (Abb. 4). Während uns für das Erkennen einer immunologischen Belastung aus devitalen Zähnen verschiedene Labortests zur Verfügung stehen, gibt es für die Diagnostik der chronisch-toxischen Wirkung leider kein wissenschaftlich anerkanntes Testverfahren. Schwachpunkt aller labormedizinischen Testmethoden ist somit die Tatsache, dass chronisch-toxische Belastungen durch die aufgeführten Tests nicht miterfasst werden können.

Deshalb Vorsicht: Da die herkömmliche labormedizinische Diagnostik die toxische Belastung nervtoter Zähne mangels geeigneter Testverfahren nicht berücksichtigt, könnte die ausschließliche diagnostische Orientierung an labormedizinischen Testergebnissen sowohl Therapeuten als auch Patienten in falscher Sicherheit wiegen.

4 Unterschiedliche gesundheitliche Einfluesse von wurzelbehandelten Zaehnen

4. Unterschiedliche gesundheitliche Einflüsse von wurzelbehandelten Zähnen

Zusammenfassung

Durch endodontische Maßnahmen kann die moderne Zahnmedizin heute noch Zähne erhalten, die früher „der Zange“ zum Opfer gefallen wären. Für chronisch Erkrankte stellt sich nach Meinung der Autorin jedoch eher die Frage, unter welchen Umständen es vom gesundheitlichen Aspekt her sinnvoll ist, jeden Zahn mit allen Mitteln zu erhalten.

Jeder nervtote Zahn induziert eine Mehrfachbelastung auf das Immun- und Enzymsystem des Patienten im Sinn einer allergischen, entzündlichen und toxischen Problematik. Solange die individuell-gesundheitlichen Kompensationsmechanismen diese Belastungen tolerieren und somit noch kompensieren können, liegt es in der Entscheidung des aufgeklärten Patienten, wie er damit umgehen möchte.

Spätestens wenn eine gesundheitliche Belastung aber schon so weit fortgeschritten ist, dass eine chronische Erkrankung (Rheuma, Fibromyalgie, Hautprobleme, Autoimmunerkrankung, Krebs etc.) eingetreten ist, sollte das oberste therapeutische Gebot sein, eine Entlastung des Immunsystems auf möglichst vielen Ebenen zu erreichen. Eine Zahn-Sanierung nach ganzheitlich-biologischen und umwelt-zahnmedizinischen Gesichtspunkten ist dazu ein wichtiger Bestandteil.

Beim chronisch Kranken gelten deshalb strengere Regeln als beim Gesunden!!

Ausblick

Die Vielfachbelastung aus unserer Umwelt, mit der sich unser Immunsystem stetig auseinandersetzen muss, steigt exponentiell. Im Gleichklang damit steigt auch die Zahl der chronisch Erkrankten. Es liegt deshalb in der Eigenverantwortung jedes Einzelnen, bewusst und verantwortungsvoll damit umzugehen. Um das Immunsystem funktionsfähig zu erhalten, bedeutet das, vermeidbare Belastungen, wo immer es geht, bewusst zu minimieren. Dabei könnte auch die ganzheitlich-biologische Zahnmedizin eine bedeutende Rolle spielen. Umwelt-zahnmedizinische Kenntnisse sind dazu zwingend erforderlich.

Insbesondere in der zahnärztlichen Implantologie werden heute beispielsweise noch überwiegend Implantatkörper aus dem Werkstoff Titan verwendet. Neuere wissenschaftliche Studien und auch die Praxiserfahrung der Autorin belegen, dass das Einbringen von Metallen in den Knochen mit verschiedenen Risiken und Nebenwirkungen verbunden sein kann, die wir bei der Verwendung eines inerten Werkstoffes, wie der Zirkondioxid-Keramik, vermeiden könnten. Gerade chronisch Kranke, beidenen das Fass der Belastungen durch eine Summation von Einflüssen bereits überläuft und deshalb zur Hebung der Kompensationsfähigkeit der Alltagsbelastungen dringend geleert werden müsste, lägen die gesundheitlichen Vorteile einer „metallfreien Umwelt-Zahnmedizin“ auf der Hand.

Dr. med. dent. Johanna Graf

Zahnärztin mit den Behandlungsschwerpunkten ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Umwelt-Zahnmedizin. 2007-12 Studium der Zahnmedizin an der Charité Berlin, 2014 Promotion an der Charité Berlin. Seit 2012 Ausbildung im Fachbereich Umwelt-Zahnmedizin und ganzheitlich-systemischer Zahnmedizin in München, Kreuzlingen/Schweiz und Straubing. Seit 2015 Mitglied im Praxisteam der Praxis Dr. Graf & Kollegen Straubing/Niederbayern. Seit 2016 Autorin in mehreren Fachmagazinen zum Thema Umwelt-Zahnmedizin und ganzheitlich-systemische Zahnmedizin. Seit 2017 Vortrags- und Seminartätigkeit für Ärzte und Heilpraktiker.

Mitglied der DGUHT – aktiv für Mensch und Umwelt (Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Human-Toxikologie), des International College of Maxillo-mandibular Osteoimmunology (ICOSIM), der ISMI (international Society of Metal Free Implantology) und im wiss. Beirat des Bundesverbandes Neurodermitis.

Umwelt-zahnmedizinische Tätigkeitsschwerpunkte: Vollkera- mische Sofort- und Spätimplantate, Digitale Keramik-Sofort- Restaurationen (Cerec) und operative Sanierung entzündeter Kieferbezirke.

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Dr. Schule: Rezension zum Buch Hotspot Zahn https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rezension-zum-buch-hotspot-zahn/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rezension-zum-buch-hotspot-zahn/#comments Mon, 02 Sep 2024 15:40:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rezension-zum-buch-hotspot-zahn/ Weiterlesen

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Angeregt durch die Literaturliste für ein Wahlpflichtmodul „ganzheitliche Dentalvorsorge“ im Master-Studiengang „Naturheilkundliche Gesundheitsförderung“ der Hochschule Anhalt bin ich über die „alten“ Fachbücher der ganzheitlichen-biologischen Zahnheilkunde in meinem Bücherschrank gestolpert. Die Erscheinungsdaten der Standardwerke aus meiner eigenen Aus- und Weiterbildung liegen 30 bis 40 Jahre zurück. Was hat sich in dieser Epoche alles auf dem „kleinen“ Fachgebiet der biologischen Zahnheilkunde getan? Braucht es neue Literatur, die den komplementären Ansatz therapieübergreifend berücksichtigt? Gibt es neue Diagnostik- und/oder Therapieverfahren?

Da viel mir wenig später das Buch mit dem etwas frech-provokanten Titel „Hotspot Zahn“ von Dr. Johanna Graf in die Hände. Die mir vorliegende 2. Auflage erweckte sehr schnell mein Interesse und lies den Entschluss reifen, eine Buchbesprechung zu erstellen.

Der erste Eindruck begeistert durch gelungenes Layout und übersichtliche Gliederung. In sechs Kapiteln erarbeitet die Autorin eine aktuelle und kritische Sichtweise auf die etablierte, evidenzbasierte Zahnheilkunde und die möglichen Auswirkungen von dentalen Erkrankungen ebenso wie zahnmedizinischen Werkstoffen auf die allgemeine Gesundheit der Patienten. Dabei hat sie als praktizierende Zahnärztin auch die angesprochenen Co-Therapeuten aus anderen medizinischen Fachgebieten und nicht-ärztliche Leser im Blick. So beginnt jedes Kapitel mit einer kleinen, aber übersichtlichen Einführung in die zahnärztlichen Behandlungsabläufe und erklärt dann eingehend die jeweiligen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Dabei kommt ein beindruckendes Fachwissen und vielfältige Behandlungskonzepte zur Sprache, die immer wieder durch Fallbeispiele aus der eigenen Praxis anschaulich hinterlegt werden. Zum Abschluss bündelt in jedem Kapitel eine prägnante Zusammenfassung wesentliche Aspekte und erläutert Therapieempfehlungen.

Ich werde jetzt nicht die einzelnen Kapitel chronologisch besprechen und kritisieren. Vielmehr möchte ich die zukünftige Leserschaft auf bestimmte Aspekte und für mich sehr gelungene Ausführungen hinweisen. So ist die faire aber sehr pointierte Gegenüberstellung der akademischen Zahnheilkunde (Wirkstoff- oder evidenzbasierte Zahnheilkunde) versus erfahrungsbasierte, ganzheitliche ZahnMedizin durch das gesamte Buch konsequent und sehr selbstbewußt vertreten. Der Leser spürt deutlich, dass Johanna Graf mit der Materie bestens vertraut ist und sich durch viel Weiterbildung ein kompetentes Fachwissen angeeignet hat. Entsprechend weitläufig decken ihre Praxiserfahrung und -Anwendungen das mittlerweile große Feld der ganzheitlich-biologischen und umwelt-medizinischen Zahnheilkunde ab. Sie spart auch nicht mit konkreten Beispielen, wie unter ihrer Regie Diagnose und Therapie bei gravierenden Belastungsstörungen der Patienten systematisch und chronologisch aufgebaut sind. Je schwerwiegender die chronischen, immunologische Erkrankung desto vielfältiger sind die Parameter, nach denen in zahnärztlicher aber auch ärztlicher Diagnostik akribisch gesucht werden muß. So sind zum Beispiel die Symptome einer „silent inflammation“ schwer zu erkennen, oftmals irreführend und fernab der auslösenden Gewebelokalisation aufzuspüren. Genau daran scheitert die evidenzbasierte „Wirkstoff-Medizin“, was die Autorin schonungslos darstellt und wiederholt kritisiert. Beispielhaft sei hier das Thema „degenerative Osteonekrose“ (NICO, FDOCK) erwähnt. Laut einer Stellungnahme des Beratungsforum für Gebührenordnung der Bundeszahnärztekammer im Dezember 2020 besteht keine wissenschaftliche Evidenz über die chronische Irritationen aus diesen Knochenveränderungen und deshalb auch keine Honorierung weder bei Diagnostik- noch bei Therapiemethoden. Die wissenschaftliche Grundlage in dieser Frage kommt zeitgleich zu einer völlig andern Auffassung, was durch ein Gutachten der TU Dresden vom Mai 2021 bestätigt wird. Ähnlich resistent verhält sich die universitäre Zahnmedizin in der Bewertung von Amalgam als probates Füllungsmaterial. Auf europäischer Ebene existiert jetzt nach langen Vorbereitungen (Minimata-Konvention 2017) ein Verbot für dentale Verwendung von Quecksilberamalgam ab 2025 mit einem verbindlichen Ausstiegsprotokoll bis 2030.

Ein großes Verdienst dieses Lehrbuches ist die wichtige Trennung zwischen einer ganzheitlichbiologischen und einer umwelt-toxikologischen Erweiterung des Fachgebietes. Hier macht sich deutlich eine Aktualisierung bemerkbar durch Einbeziehung der neueren Forschungserkenntnisse 08.2024

und Berücksichtigung moderner Materialien. Die Abhandlung über chronisch-toxische Werkstoffe beschreibt eindringlich und wissenschaftlich gut hinterlegt das Dilemma der zahnärztlichen Werkstoffe: Es gibt kein biologisches Ersatzmaterial für Zahndefekte. Somit sind alle Bemühungen um Wiederherstellung ein individuelles Rennen um das „geringere Übel“ aus Sicht der chronischen Erkrankungen. Mit größter Zuversicht schätzt die Autorin die Qualitäten der Dentalkeramiken ein. Deren Verwendung als Rekonstruktion von kariösen Defekten oder als Ersatz für fehlende Zähne in der Implantologie gelten als die Wahl der geringsten toxischen Irritation, solange mit kunststofffreien Zementen die Fixation erfolgen kann.

Die unterschiedlichen Themenschwerpunkte zwischen komplementär-biologischer Zahnheilkunde und modernen umwelt-medizinischen Ausrichtungen zeigt sich sehr deutlich in der Betrachtung der immunologischen Reaktionen des Organismus auf unterschiedlichste Stressoren. Interne oder externe Irritationen erzeugen immer immunologische Antworten und damit Veränderungen im Regulationssystem des Körpers. Die Autorin erörtert dieses komplexe Thema in einer strukturierten und mit wissenschaftlicher Literatur unterlegten Abhandlung vorbildlich. Sie schafft es sehr erfolgreich, den Unterschied zwischen chronisch-entzündlichen und chronisch-toxischen Reaktionen des menschlichen Organismus mit allen Konsequenzen für Testung und Ausleitung zu vermitteln.

Der verständliche Schreibstil und die ausgezeichneten Querverweise auf andere Kapitel erleichtern die Lesbarkeit dieses Fachbuches auch für fachfremde, nicht-zahnärztlich bewanderte Leser, Therapeuten wie Patienten gleichermaßen. Die Aufteilung der Themenkapitel erlaubt auch ein fragmentarisches Nachschlagen und ermuntert zum mehrfachen Erarbeiten der einzelnen Spezialgebiete. Die aktuellen Entwicklungen in Materialkunde und labortechnischen Nachweismethoden überzeugen in der Auffassung, dass dieses Buch als Fortführung der bekannten Standardwerke notwendig und hilfreich ist. Es bleibt zu hoffen, dass viele Leser sich davon ebenso begeistern lassen und dieses Werk zu einem Lehrbuch der modernen Zahnheilkunde verhelfen. Die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Überarbeitung im Abstand von 10 - 15 Jahren ist hiermit erbracht.

Dr. med. dent. Roland Schule
Neckarsulm

Das Buch Hotspot Zahn ist z. B. erhältlich bei: 

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Die Bedeutung der Umwelt-Zahnmedizin bei der Sanierung chronisch Kranker https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker-2/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker-2/#comments Fri, 30 Aug 2024 18:17:00 +0000 https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker-2/ Weiterlesen

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Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Salutogenese

Etwa 40 % der Bevölkerung, Tendenz steigend, sind heute durch chronische Erkrankungen in ihrer Lebensweise eingeschränkt. Im Gegensatz zu einer akuten Erkrankung, in der der Organismus sich mit seinen Abwehrkräften selbst regenerieren kann, ist diese Regenerationsfähigkeit durch eine Summation von Belastungsfaktoren und deren Wechselwirkungen untereinander beim chronisch Kranken nicht mehr vorhanden. Die individuelle Kompensationsfähigkeit ist erschöpft, das Fass der Belastungen (Abb. 1) ist randvoll und läuft über.

Foto - Fass-Modell - gesundheitliche Belastungen

Das bedeutet, dass eine chronische Erkrankung von außen, z. B. über Arzneimittel, gesteuert und gelindert werden muss.

Patienten mit chronischen Erkrankungen werden in der Evidenz-basierten Medizin entsprechend ihrer Symptome ärztlich behandelt. Da solche Patienten aber multikausal belastet und deren Immunsystem überfordert ist, sollte das Ziel einer Diagnostik und Therapie darin bestehen, Belastungsfaktoren zu erkennen und, soweit möglich, zu beseitigen, damit das Fass wieder leerer und dadurch das Immunsystem wieder funktionsfähiger wird. Auch die Zahnmedizin kann damit bei der Therapie chronisch Kranker einen wichtigen Beitrag leisten, denn Zähne, Kieferknochenbereiche und zahnärztliche Werkstoffe sind sehr oft Mitursache von schwer therapierbaren Erkrankungen.

Als mitursächliche Faktoren unterscheiden wir aus dem Bereich der Zahnmedizin verschiedene Werkstoffbelastungen (chronisch-toxische Belastungen) und chronisch-entzündliche Irritationen (silent inflammation). Im Folgenden werden die umwelt-zahnmedizinisch wesentlichsten Therapiehindernisse kurz beschrieben.

Metalle

Umweltmedizinisch informierte Personen denken beim Thema Metalle in erster Linie an das Amalgam, was durchaus seine Berechtigung hat, denn das aus den Amalgam-Füllungen entweichende Quecksilber ist das toxischste nichtradioaktive Element, das wir kennen. Die chronisch-toxischen Wirkungen aus Amalgam sind vielfach wissenschaftlich belegt. (35) Quecksilber ist zehnmal giftiger auf die Nervenzellen als Blei und dreimal giftiger als Arsen oder Cadmium.

Aus der erdrückenden Fülle von Fakten wird an dieser Stelle rekapituliert, dass Quecksilber besonders giftig für die Entwicklung des Gehirns von Kindern ist sowie dem zentralen Nervensystem , (33, 37) der Niere, 9 dem Herz-Kreislauf-System (50) und dem Immunsystem schadet . (32) Es reichert sich als Kumulationsgift im Körper an. (36) Die Quecksilberbelastung wird während der Schwangerschaft über die Plazenta und über das Stillen von der Mutter an das Kind weitergegeben. (1)

Über das Amalgam hinaus gilt aber der Grundsatz, dass es prinzipiell kein Metall gibt, das unter den sehr wechselnden physikalischen und chemischen Bedingungen im Mund absolut korrosionsstabil ist. Das bedeutet, dass sich jedes Metall im Mund innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem bestimmten Grad zersetzt. Der Grad der Zersetzung hängt dabei wiederum davon ab, wie edel ein Metall ist und inwieweit sich verschiedene Metalle im Mund gegenseitig beeinflussen. Durch sich bildende Metall-Ionen, die in den Organismus eindringen und sich entsprechend ihrer elektrischen Ladung in und an biologischen Strukturen anreichern, können biologische Funktionseinschränkungen beobachtet werden. Alle inkorporierten Metalle (z. B. metallische Zahn-Implantate, Hüftprothesen etc.) korrodieren, sind eine Belastung für das Immun- und Regulationssystem und können so Pathologien verschiedenster Art hervorrufen.

Durch die Wechselwirkungen von Schadstoffen und Metallen können über Potenzierungseffekte für die Evidenz-basierte Medizin oft unerklärliche Symptome hervorgerufen werden. Definierte Grenzwerte für Einzelstoffe sind somit keine echten Orientierungswerte für Gesundheitsbewusste oder chronisch Kranke, sondern oft eher irreführend.

Die gesundheitsschädigenden Folgen einer Metallbelastung treten in der Regel erst nach vielen Jahre auf und können höchst verschiedenartig sein. Als toxische Unverträglichkeitsreaktionen metallischer Ionen zählen u. a.:

  • Enzymatische Störungen des Stoffwechsels
  • Entzündungsreaktionen auf Metalle und deren Verbindungen
  • Intoxikationen durch Metalle und deren Interaktionen
  • Autoimmunerkrankungen, ausgelöst durch Metalle

Daraus resultieren Funktionseinschränkungen:

  • entgiftender Organe wie z. B. Niere, Leber etc.
  •  von Steuerungsorganen wie z. B. Gehirn, Schilddrüse etc.
  • hormonaler Systeme wie z. B. Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Prostata etc.
  • im zentralen und peripheren Nervensystem
  • von Enzymen und damit des Stoffwechsels

Diese Störungen sind auch bei Titan belegt. Für die Evidenz-basierte Medizin gilt dieser Werkstoff als allgemein verträglich. Allergien auf Titan sind bis heute kaum publiziert. Neuere wissenschaftliche Studien belegen aber, dass dieser insbesondere in der zahnärztlichen Implantologie verwendete Werkstoff im Knochen korrodiert. (5, 48)

Überdurchschnittlich hohe Titanbelastungen im Implantat-tragenden Kieferknochen nebst hohen Titanwerten in den zugehörigen regionalen Lymphknoten, der ersten Filterstation des Organismus, konnten bereits nachgewiesen werden. In einer weiteren Untersuchung wurden in Knochenarealen von Titan-Implantaten deutlich erhöhte Titan-Konzentrationen gefunden und auch die regionalen Lymphknoten zeigten deutlich erhöhte Titanwerte. (47) Korrodiertes Titan kann verschiedene immunologische Prozesse in Gang setzen. Aufgrund der Stellung des Titans in der Spannungsreihe der Metalle geht dieses primär in Lösung und kann nicht nur im umliegenden Gewebe, sondern auch in entfernten Organen wie Milz, Lungenparenchym und Lymphknoten nachgewiesen werden. (41, 42) Studien aus 2018 belegen, dass Titanpartikel silent inflammations initiieren und unterhalten und somit Mitverursacher von chronischen Krankheiten verschiedenster Art sein können. (18, 39)

Vor allem auch hoch dosierte Fluoridpräparate mit einem niedrigen pH-Wert, wie sie z. B. in Prophylaxemitteln verabreicht werden, können deutliche Oberflächenveränderungen im Sinn einer Korrosion hervorrufen. Unter allen untersuchten Veränderungen verursachten Fluoride negative Veränderungen in-vitro auf der Titanoberfläche. (30)

Immunologische Reaktionen auf den Werkstoff Titan erfolgen vornehmlich bei bestimmter genetischer Veranlagung (Disposition) und sind nicht allergischer, sondern entzündlicher Art. Diese genetische Disposition kann durch einen sog. Titan-Stimulationstest im Labor einfach nachgewiesen werden. Es handelt sich hierbei um eine spezifisch-entzündliche Abwehrreaktion.

Während Allergien und genetisch bedingte Überreaktionen heute schlüssig und eindeutig über einen Bluttest (LTT, Ti-Stimulationstest, Effektortypisierung) nachgewiesen werden können, gibt es leider bis heute keinen zuverlässigen Test für chronisch-toxische Belastungen. Diese sind nur an den Auswirkungen sichtbar, wobei eine chronisch-toxische Wirkung aufgrund der unterschwelligen Dosierungen und dem Faktor Zeit bei dafür günstigen genetischen Voraussetzungen sehr nachhaltig sein kann. Die möglichen Symptome erscheinen in der Regel nicht sofort, sondern erst spät, oft so spät, dass ein direkter Zusammenhang mit den Toxinen meist nicht herstellbar ist. Auswirkungen sind auf allen Ebenen möglich.

Nichtmetallische Werkstoffe

Sehr häufig in der Zahnmedizin angewandte nichtmetallische Werkstoffe mit potenziell pathologischem Potenzial sind die Kunststoffe (Füllungen und Zahnersatz) und die Fluoride (Prophylaxe).

Kunststoffe Wissenschaftlich bewiesen ist, dass Kunststoffe neben einer allergenen Komponente auch toxische, mutagene und hormonähnliche Wirkungen haben. (43, 44, 45) Wissenswert wichtige Fakten dazu sind, dass

  • sämtliche Bestandteile von Kunststoffen und Bondern potenziell toxisch sind,
  • der Grad der Toxizität steigt, je kleiner die Molekülgröße ist,
  • TEGDMA, ein sehr niedermolekularer Kunststoff, bereits in nichttoxischen Konzentrationen mutagen wirkt,
  • Bisphenol-A eine östrogenähnliche Wirkung hat (dieser Stoff ist Bestandteil vieler Kunststoffe, nicht nur in der Zahnmedizin).

Kunststofffüllungen werden darüber hinaus mit dem Zahn durch sog. Bonder verklebt, um einen besseren Halt zu erreichen. Auch diese Bonder haben eine Reihe von toxischen Inhaltsstoffen. Potenzierungsfaktor der Kunststoffproblematik ist die potenziell mutagene Komponente des niedermolekularen Kunststoffs TEGDMA und von Aldehyden in vielen Bondern.

Fluoride Einerseits ist es schulmedizinisch immer noch unstrittig, dass die regelmäßige Zufuhr von Fluorid-Minidosen ein wirksamer Schutz gegen Karies ist. Andererseits sind Fluoride aber schwer abbaubare Umweltgifte mit spezifisch toxischen Wirkungen auf Enzyme, das Immunsystem und die Kollagenbildung.

Eine für uns sichtbare Nebenwirkung der Fluoride in Form von weißbis braungefleckten Zähnen (mottled teeth) erklärt man sich durch Enzymhemmung, wobei die Matrix fehlerhaft und für die Zahnschmelzbildung unvollständig verläuft, sodass es im Nachhinein zur fehlerhaften Mineralisation des Zahnschmelzes kommt. (3) Die Auswirkungen dieser systemisch-toxischen Wirkung zeigen sich nicht nur in gefleckten Zähnen, sondern u. a. auch in

  • neurotoxischen Effekten, die zu Entwicklungsstörungen führen können. Es sind bei endemischer Fluorose im Gehirn von Föten Veränderungen an Neurotransmittern und Rezeptoren beschrieben. (4,11,53)
  • Fruchtbarkeitsstörungen in Tierversuchen. Es schadete der Spermienproduktion und erhöhte die Unfruchtbarkeit. (2)
  • Störungen der Knochenmineralisation (49)
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion: Fluoride können als Antagonisten des Jods die physiologische Funktion der Schilddrüse stören und zu krankhaften Entwicklungen dieses Organs führen, z. B. zur Bildung von Knoten oder eines Kropfes. Tierversuche haben gezeigt, dass die ständige Aufnahme von geringen Fluoriddosen genügt, um Veränderungen des Schilddrüsengewebes zu erzeugen mit Verringerung der Aktivität der Schilddrüse. (40)
  • Störungen der Zirbeldrüsenfunktion durch Calcifizierung (31, 34, 46)
  • Fluoride können mit vielen Metallionen u. a. auch Ca- und Mg-Komplexe bilden und somit deren Co-Enzym-Funktion behindern. (51)
  • Des Weiteren erhöhen Fluoride die Korrosion von Titan (Implantate, Zahnersatz etc.) im Mund, was zu erhöhten Freisetzungen und damit zu einer verstärkten Kumulation von Titan im Kiefer und in den regionalen Lymphknoten mit systemisch-toxischen Auswirkungen führen kann. (30)

Zusammengefasst sind die subtoxischen Nebenwirkungen von Fluoriden:

  • Enzymhemmung: Störung des Stoffwechsels
  • Schwächung des Immunsystems: Erhöhte Infektanfälligkeit und chronische Krankheiten
  • allmähliche Zerstörung kollagener Gewebe: Einschränkungen der Beweglichkeit

Wurzelbehandelte Zähne

Jeder Patient sollte sich bewusst sein, dass aus einer Zahnerhaltung mittels Wurzelfüllung immer, solange sich der Zahn im Mund befindet, eine Mehrfachbelastung für sein Immunsystem resultiert. (11, 12)

Das Hauptproblem bildet dabei das Wurzelkanalsystem, das sich wie ein Tannenbaum durch den gesamten Zahn zieht (Abb. 2) und das auch bei maximaler Anstrengung des Zahnarztes und unabhängig davon mit welcher Methode, nie in toto gesäubert werden kann, denn aufbereitbar und damit säuberbar sind immer nur die Zentralkanäle. So verbleiben in den feinen und feinsten Verzweigungen obligat Reste der ehemaligen Zahnpulpa, und zwar in nicht unerheblichen Mengen.

Wurzelbehandelte Zähne

Abb. 2: Skizzierter Umfang des Kanalsystems in verschiedenen Zahnwurzeln

Diese Reste des ehemaligen Zahnnervs sind nekrotisierende organische Gewebe, die sich zu Mecaptan und Thioäther abbauen, was permanent in Minidosen an den Organismus abgegeben wird. Diese hochtoxischen Belastungen wirken blockierend auf das Immunsystem und auf das Stoffwechselgeschehen (14, 36, 39) und sind stark neurotoxisch. (11)

Als weiterer immunologischer Belastungsfaktor aus wurzelbehandelten Zähnen ist die permanente Infektion durch Bakterien aus dem Wurzelkanalsystem zu benennen. Studien zeigen, dass vor allem Enterococcus faecalis alle Desinfizierungen überlebt und dabei zum Problemkeim wird. Keine Desinfektions-Agenzie zeigte einen nachhaltigen antimikrobiellen Effekt gegen Enteroc.faecalis. (8) Es gilt als erwiesen, dass jeder nervtote Zahn bakteriell überwiegend mit Anaerobiern infiziert ist. Diese Bakterien finden im nicht mehr durchbluteten, nekrotisierenden Kanalsystem ideale Bedingungen vor. Ein nervtoter Zahn ist somit eine stetige Infektionsquelle für den Organismus und damit ein weiterer Dauerstress für das Immunsystem. (33)  Jedes Bakterium im Wurzelkanal wiederum produziert durch seinen Stoffwechsel Exotoxine und setzt bei seinem Zerfall Endotoxine frei, die zusammen mit den Mercaptanen und Thioäther summierend und/oder potenzierend das toxische Geschehen eines nervtoten Zahnes stets hoch halten. (21, 29)

Auf diese Mehrfachbelastungen reagiert der Organismus mit einer biologischen Abwehrreaktion: einer Entzündung. Diese Entzündung ist in der Regel chronisch (16, 19) und muss radiologisch nicht unbedingt darstellbar sein. Ein weiterer toxischer Potenzierungsfaktor ist, dass sich Mercaptan sehr leicht mit Quecksilber (etwa aus Amalgam-Füllungen) verbindet und so das hochtoxische Dimethylquecksilber entstehen lässt. Dimethylquecksilber kann bis zu 200 Enzyme inaktivieren mit Auswirkungen auf allen Ebenen des Organismus. (12, 20) Durch den Faktor Zeit ist ein nervtoter Zahn somit ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Gesundheit.

Fettig degenerative Osteolysen im Kieferknochen 

Diese Knochen-Nekrosen können prinzipiell in jedem Kieferareal vorkommen. Nach den Erfahrungen aus der Praxis der Autorin treten sie aber überwiegend auf in Bereichen,

  • in denen devitale, meist wurzelbehandelte Zähne entfernt wurden,
  • wo Zähne durch chirurgisch-operative Eingriffe entfernt wurden,
  • nach Wundheilungsstörungen in der Folge von Extraktionen oder operativen Eingriffen,
  • im distalen Molarenbereich, dem sogenannten 8er und 9er-Gebiet.

Es handelt sich hierbei um eine osteolytische lokale Entzündung im Kieferknochen ohne die sonst typischen Entzündungszeichen wie Schmerz, Rötung oder erhöhte Temperatur (Calor, Tumor, Dolor). Sie bleiben deshalb in der Regel symptomlos und meist unerkannt. In seltenen Ausnahmen kommt es im Bereich der Knochenerweichungen zu diffusen Schmerzen, in sehr seltenen Ausnahmefällen sogar zu neuralgiformen Beschwerden im betroffenen Gebiet. Deshalb ist in der Literatur teilweise die alte Bezeichnung NICO = Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis noch zu finden.

Die Entstehung einer degenerativen Osteolyse ist noch nicht sicher geklärt. Vielfach wird aber von aseptischen und ischämischen Knochen-Nekrosen geschrieben, die nach Durchblutungsstörungen (Infarkten) im Kieferknochen entstehen. (22) Der Entzündungsbezirk ist mit den herkömmlichen zahnärztlichen Röntgenverfahren nur schwer zu erkennen (Abb. 3). Zum sicheren Nachweis bedarf es einer digitalen Volumen-Tomografie (DVT) oder trans-alveolärer Ultraschallmessungen (TAU). (25,26)

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Abb. 3: Im Röntgenbild lässt sich eine isolierte Osteonekrose des Kieferknochens (NICO, FDOK) oft nur schwer erkennen. Chirurgisch revidierte Pathologie umrandet (Quelle: Dr. Johanna Graf, Straubing)

Immunologisch sind in den Arealen einer chronischen Osteonekrose u. a. die Entzündungsmediatoren RANTES massiv erhöht. (23, 24, 27)  Somit ist die chronische Osteolyse eine chronisch-unterschwellige, nicht von selbst ausheilbare Infektion (silent inflammation), welche Dauerstress für das Immunsystem auslöst und so lokale, systemische und potenzierende Wirkungen hervorrufen kann. Durch das hohe Vorkommen von RANTES im Gebiet von fettig degenerativen Osteolysen im Kieferknochen gibt es zahlreiche wissenschaftliche Hinweise (1, 2, 6, 7, 10, 15, 17, 28, 38, 52) zu Zusammenhängen mit:

  • Allergien und Asthma
  • Entwicklungsstörungen
  • Diabetes
  • Gelenkserkrankungen
  • Enzephalomyelitis, Multipler Sklerose, Altersdemenz
  • Melanom-Erkrankungen und Brustkrebs
  • Morbus Alzheimer

Zusammenfassung

Insbesondere bei chronisch Kranken gilt es, das Fass der Belastungen (Abb. 1) zu leeren. Das bedeutet: Gesundheitsbelastungen zu erkennen und zu eliminieren. Aufgrund der Multikausalität der Einflüsse müssen daran verschiedene Fachrichtungen mitwirken. Auch die Zahnmedizin kann einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

Bildschirmfoto 2024 08 30 um 18.11.16

Abb. 4: Immuno-Toxikologie als Teilgebiet der Toxikologie

Umwelt-zahnmedizinische Einflüsse lassen sich in chronisch-entzündliche und chronisch-toxische Einflüsse unterteilen. Eine Überlappung dieser beiden Pole stellt die Immuno-Toxikologie dar, bei der immunologische Folgereaktionen aufgrund von meist langjährigen chronisch-toxischen Einflüssen erfasst werden können (Abb. 4).

Die chronisch-entzündlichen Einflüsse lassen sich durch laborspezifische Parameter darstellen, sodass es hier gelingt, wissenschaftliche Beweise darüber zu generieren. Für die chronisch-toxischen Einflüsse gibt es leider keinen wissenschaftlich anerkannten Test, sodass diese, weil nicht messbar, für die Evidenz-basierte Zahnmedizin nicht existent sind. Gerade aber diese unterschwelligen und permanenten Einflüsse von Schadstoffen können langfristig sehr nachhaltige gesundheitliche Störungen auslösen. Damit einhergehende Symptome können sehr vielfältig und für die Evidenz-basierte Medizin aus Ermangelung von messtechnischen Parametern nicht nachvollziehbar sein.

In diesem Artikel wurden die umwelt-zahnmedizinisch relevantesten Einflüsse auf die Gesundheit dargestellt. Obwohl es eine Vielzahl von wissenschaftlichen Studien über deren pathologische Einflüsse gibt, werden diese von der sogenannten Evidenz-basierten Medizin leider immer noch nicht mit dem nötigen Ernst wahrgenommen, teilweise sogar als unsinnig abgetan.

Autorin:

Dr. med. dent. Johanna Graf
Fach-Zahnärztin für ganzheitlich-biologische Zahnmedizin und Umwelt-Zahnmedizin
Vorstandsmitglied und Vorsitzende im Arbeitskreis Zahnmedizin der DGUHT e.V. 
Mitglied des International College of maxilla-mandibular Osteoimmunology (ICOSIM)
Mitglied der International Society of Metal Free Implantology (ISIM)
Zahnarztpraxis Dr. Graf & Kollegen www.praxis-dr-graf.de

Bei diesem Artikel handelt es sich um eine aktualisierte Fassung des Fachbeitrags: „Die Bedeutung der Umwelt-Zahnmedizin bei der Sanierung chronisch Kranker“, Erstpublikation in umwelt·medizin·gesellschaft, Ausgabe 2/2021

Literatur

1 Azenshtein E, Luboshits G, Shina Set al.: The CC chemokine RANTES in breast carcinoma progression: regulation of expression and potential mechanism of promalignant activity. Cancer Res 2002; 62: 1093-1102

2 Brevini TA, Zanetto SB, Cillo F: Effects of endocrine disruptors on developmental and reproductive functions. Curr Drud Targets Immune Endocr Metabol Disord 2005; 5: 1-10

3 Bronckers A.L.J.J., D.M. Lyaruu, P.K. DenBesten: The Impact of Fluoride on Ameloblasts and the Mechanisms of Enamel Fluorosis; J Dent Res 88(10) 2009, S.877-893

4 Choi Anna L., Guifan Sun,Ying Zhang, Philippe Grandjean: Developmental Fluoride Neurotoxicity: A Systematic Review and Meta-Analysis; Environmental Health Perspectives vol 120, 10,October 2012

5 Chaturvedi T. Allergy related to dental implant and its clinical significance.Clin Cosmet Investig Dent.

2013;19:57–61 und Tibau AV, Grube BD, Velez BJ, Vega VM, Mutter J. Titanium exposure and human health. Oral Sci Int. 2019;00:1–10.)

6 Chou SY, Ajoy R, Changou CA et al.: CCL5/RANTES contributes to hypothalamic insuline signaling for systemic insuline responsiveness through CCR5. Sci Rep 2016; 6: 37659. doi:10. 1038/srep 37659

7 Dos Santos AC, Barsante MM, Arantes RM et al.: CCL2 and CCL5 mediate leucocyte adhesion in 5 experimental autoimmune encephalomyelitis-an intravital microscopy study. J Neuroimmunol 2005; 162: 122-129

8 Estrela, C.; Estrela, C.R.A.; Decurcio,D.A.; Hollanda A.C.B.; Silvia Estrela, J.A. (2007): Antimicrobial

efficacy of ozonated water, gaseous ozone, sodium hypochlorite and Chlorhexidine in infected human root canals. Int.Endodontic J.40: 85-93 (Enterococcus faecalis überlebt alle Desinfizierungen und wird zum Problemkeim. Keine Desinfektions-Agenzie zeigt einen nachhaltigen antimikrobiellen Effekt gegen Enteroc.faecalis

9 European Commission Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR), Final opinion on the safety of dental amalgam and alternative dental restoration materials for patients and users (29 April 2015),p.36, 43,75: http://ec.europa.eu/health/scientific_committees/emerging/ docs/scenihr_o_046.pdf

10 Genuis SJ.: Sensitivity-related illness: the escalating pandemic of allergy, food intolerance and chemical sensivity. Sci Total Environ 2010; 408: 6047-6061

11 Graf J/Graf K: Dentalmedizinische Risiken für neurodegenerative Erkrankungen und deren Prävention in Walach, Loef: Demenz – Prävention und Therapie; KVC-Verlag 2019, ISBN 978-3-945150-99-3 S. 189-204;

12 Graf K.: Störfeld Zahn – der Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Gesundheit; Elsevier-Verlag München 2010, ISBN 978-3-437-58570-8

13 Ha, Eunhee; Basu, Niladri; Bose-O‘Reilly, Stephan; Dórea, José G.; McSorley, Emeir; Sakamoto, Mineshi; Chan, Hing Man, Current progress on understanding the impact of mercury on human health, (2017)

14 Hannah RS, Hayden LJ, Roth SH (1989): Hydrogen sulfide exposure alters the amino acid content in developing rat. CNS. Neurosci Lett. 1989 May; 99 (3): 323-7

15 Herder C, Haastert B, Müller-Scholze S et al.: Association of systemic chemokine concentrations with impared glucose tolerance and type 2 diabetes: results from Cooperative health in region Augsburg Survey S4 (KORA S4). Diabetes 2005; 54 (Suppl. 2): 11-17

16 Jacobi-Gresser E, Schütt S, Huesker K, von Baehr V: (2015). Methyl mercaptan and hydrogene sulfide products stimulate proinflammatory cytokines in patients with necrotic pulp tissue and endodontically treated teeth. J.Biol.Regul.Homeost Agents. 2015 Jan-mar, 29 (1): 73.84

17 Karpus WJ, Ransohoff RM: Chemokine regulation of experimental autoimmune encephalomyelitis.

J Immunol 1998; 161: 2667-2271

18 Lechner J, Noumbissi S, von Baehr V: Titanium implants and silent inflammation in jawbone-a critical interplay of dissolved titanium particles and cytokines TNF-α andRANTES/CCL5 on overall health?; EPMA Journal 9 (2018) 331-343).

19 Lechner J, von Baehr V (2015). Stimulation of proinflammatory cytokines by volatile sulfur compounds in endodontically treated teeth. Int.J.Gen.Med. 2015 Mar 10; 9: 109-18. doi: 10.2147/IJGM. S77693

20 Lechner J, von Baehr V (2018).Impact of Endodotically Treated Teeth on Systemic Deseases. DENTISTRY 8: 476. Doi: 10.4172/2161-1122. 1000476

Die Literaturangaben 21 bis 53 erhalten Sie bei der Wissenschaftsredaktion des Forum Medizin Verlags

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Vom 02. - 11. Dezember 2022 findet der kostenfreie Online – Zahngesundheitskongress statt.

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Hotspot Zahn - das Buch von Dr. Johanna Graf https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hotspot-zahn-das-neue-buch-von-dr-johanna-graf/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hotspot-zahn-das-neue-buch-von-dr-johanna-graf/#comments Fri, 14 Jan 2022 16:42:00 +0000 Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/hotspot-zahn-das-neue-buch-von-dr-johanna-graf/ Weiterlesen

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Hotspot Zahn beschreibt das gesamte Spektrum der gesundheitlich relevanten odontogenen Belastungen und Therapiehindernisse.

Praxisnah wird Ihnen gezeigt, wie eine Zahnsanierung ganzheitlich biologisch nach Aspekten der „Umwelt-ZahnMedizin" aussehen kann – von der Diagnostik, über die Restauration bis hin zu den Ausleitungsverfahren und naturheilkundlichen Begleitbehandlungen.

Neu in der 2. Auflage:

  • Silent Inflammations: „stille", schmerzlose Entzündungen im Mundraum als Ursache chronischer Erkrankungen 
  • Einflüsse der „Umwelt-ZahnMedizin" durch Metalle und dentale Kunststoffe auf die Gesundheit 
  • Ganzheitlich-biologische Aspekte der Parodontitis-Behandlung 
  • Keramische Implantate als Ersatz devitaler Zähne unmittelbar nach einer Extraktion
  • Chronisch-toxische Belastungen durch Zähne und zahnärztliche Werkstoffe in der Sportzahnmedizin

Das Buch eignet sich für: 

  • Ganzheitlich tätige Zahnärzt*innen 
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Vortrag: Der wurzelbehandelte Zahn unter immunologischen Aspekten https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/vortrag_wurzelbehandelter_zahn_keramikimplantate/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/vortrag_wurzelbehandelter_zahn_keramikimplantate/#comments Thu, 30 Sep 2021 18:01:00 +0000 Veranstaltung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/vortrag_wurzelbehandelter_zahn_keramikimplantate/ Weiterlesen

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Dr. Johanna Graf ist Referentin auf dem 1. KONGRESS FÜR KERAMIKIMPLANTOLOGIE. 

Dieser größte Kongress seiner Art für Keramik-Implantologie wird mit 5 weiteren Gesellschaften durchgeführt: 

  • IAOCI (International Academy Of Ceramic Implantology) aus den USA
  • SBCB (Society for Blood Concentrates and Biomaterials e.V.)
  • ICOSIM (International College of Maxillo-mandibular Osteoimmunology)
  • GZM (Internationale Gesellschaft für Ganzheitliche ZahnMedizin e.V.)
  • ISMI International Society of Metal Free Implantology

Es gibt eine Industrie-Ausstellung, mehrere LIVE-OPS und Vorträge von internationalen TOP-Referenten. 

Wann: 15. und 16. Oktober 2021

Wo: Kreuzlingen (Schweiz, Bodensee)

Programmheft: Download

Weitere Informationen: 1. Joint Congress for Ceramic Implantology

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Die Bedeutung der Umwelt-Zahnmedizin bei der Sanierung chronisch Kranker https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker/#comments Thu, 17 Jun 2021 11:05:00 +0000 Allgemeine Zahnmedizin Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/die-bedeutung-der-umwelt-zahnmedizin-bei-der-sanierung-chronisch-kranker/ Weiterlesen

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Etwa 40 % der Bevölkerung, Tendenz steigend, sind heute durch chronische Erkrankungen in ihrer Lebensweise eingeschränkt. Im Gegensatz zu einer akuten Erkrankung, in der der Organismus sich mit seinen Abwehrkräften selbst regenerieren kann, ist diese Regenerationsfähigkeit durch eine Summation von Belastungsfaktoren und deren Wechselwirkungen untereinander beim chronisch Kranken nicht mehr vorhanden. Die individuelle Kompensationsfähigkeit ist erschöpft, das Fass der Belastungen ist randvoll und läuft über. Das bedeutet, dass eine chronische Erkrankung von außen, z. B. über Arzneimittel, gesteuert und gelindert werden muss.

Patienten mit chronischen Erkrankungen werden in der Evidenz basierten Medizin entsprechend Ihrer Symptome ärztlich behandelt. Da solche Patienten aber multikausal belastet und deren Immunsystem überfordert ist, sollte das Ziel einer Diagnostik und Therapie darin bestehen, Belastungsfaktoren zu erkennen und, soweit möglich, zu beseitigen, damit das „Fass“ wieder leerer und dadurch das Immunsystem wieder funktionsfähiger wird.

Lesen Sie den ganzen Artikel über den folgenden: Link

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Vortrag: Sofortimplantate - Beeinflussbare Erfolgskriterien & die Rolle der Genetik https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/sofortimplantate-beeinflussung-erfolgskriterien-die-rolle-der-genetik/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/sofortimplantate-beeinflussung-erfolgskriterien-die-rolle-der-genetik/#comments Sun, 25 Apr 2021 20:05:00 +0000 Veranstaltung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/sofortimplantate-beeinflussung-erfolgskriterien-die-rolle-der-genetik/ Weiterlesen

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Vortrag über Keramikimplantate vor Kollegen in der Swiss Biohealth Klinik in Kreuzlingen

Aufgrund der langjährigen Erfahrung und der maßgeblichen Erfolge in der Keramikimplantologie wurde Frau Dr. Graf im Oktober 2019 in die Schweiz eingeladen, um über die beeinflussbaren Erfolgskriterien und die Rolle der Genetik bei Sofortimplantaten zu sprechen. Das Publikum bestand hauptsächlich aus Oralchirurgen und Zahnärzten, die auch in ihre Praxis Keramikimplantate, als gesundheitlich deutlich bessere Alternative, etablieren wollen.

Frau Dr. Graf implantiert seit 2015 ausschließlich Implantate aus Keramik und ist mit über 2000 gesetzten Keramikimplantaten als zertifizierter User und Anwender gelistet.

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Wurzelbehandlung – die Ursache gesundheitlicher Probleme? https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-die-ursache-gesundheitlicher-probleme/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-die-ursache-gesundheitlicher-probleme/#comments Mon, 08 Feb 2021 10:14:00 +0000 Allgemein https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-die-ursache-gesundheitlicher-probleme/ Weiterlesen

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Die Kino-Doku „ROOT CAUSE – die Wurzel allen Übels“ basiert auf der wahren Begebenheit einer, durch einen nervtoten Zahn hervorgerufenen, gesundheitlichen Leidensgeschichte, und sie zeigt zu diesem Thema Interviews mit Ärzten, Toxikologen und Zahnmedizinern. Es wird dargestellt, wie abgestorbene und infizierte Wurzelkanäle die Gesundheit und das Immunsystem maßgeblich beeinflussen können.

Seit mehr als 30 Jahren wird in der Praxis Dr. Graf die ganzheitlich-biologische Zahnmedizin, mittlerweile in zweiter Generation, praktiziert und Dr. Karlheinz Graf war Pionier, Lehrer und Lehrbuchautor auf dem Gebiet der sich daraus entwickelnden Umwelt-Zahnmedizin, einem relativ neuen Fachgebiet in der Zahnheilkunde, das vielen Kollegen leider weniger bekannt ist.

Es ist für uns seit vielen Jahren keine Überraschung mehr zu erleben, wie chronisch Kranke nach einer konsequenten Sanierung nach umwelt-zahnmedizinischen und ganzheitlich-biologischen Kriterien vielfach von einer Besserung in ihrem Beschwerdebild berichten.

So berichtete uns z.B. ein Patient nach der Entfernung von mehreren wurzelbehandelten Zähnen mit zeitgleichem Ersatz durch Keramik-Implantate: „Es ist verrückt aber wahr: Schon beim Anlassen meines Autos unmittelbar nach dem Eingriff merkte ich, dass meine jahrelangen Schulter-Arm-Beschwerden deutlich besser waren.“

… und auch ein anderer Patientenfall ließ uns aufhorchen:
Eine Patientin verletzte sich beim Sport am Sprunggelenk. Trotz unterschiedlicher orthopädischer Therapieversuche heilte die sehr schmerzhafte Verletzung nicht ab. Nach eineinhalb Jahren wurde eine Gelenkversteifung in Erwägung gezogen, um das Gelenk ruhigzustellen. Da die Patientin die Beweglichkeit des Gelenks unbedingt erhalten wollte, lässt sie auf Empfehlung eine Zahn-Störfelddiagnostik durchführen. Die Untersuchung ergibt eine mehrfache Herdbelastung, ausgehend von den devitalen oberen Frontzähnen. Nach Entfernung derselben und einer Ausleitungstherapie heilte die Sprunggelenksverletzung vollständig ab.

Zu erklären sind diese, für die Schulmedizin schwer nachvollziehbaren Phänomene folgendermaßen:

Jeder wurzelbehandelte Zahn übt einen Dauerstress auf das Immunsystem aus durch

  • die toxischen Eiweiß-Zerfallsprodukte der ehemaligen Zahnpulpa, die in den feinen und feinsten Verzweigungen des Wurzelkanals trotz bester mechanischer Aufbereitung durch den Zahnarzt stets verbleiben und so in den Organismus gelangen können
  • die bakterielle Besiedelung im gesamten Kanalsystem, da auch bei akribischster Desinfektion nie eine vollständige Bakterienfreiheit erreicht werden kann
  • die immunologische Belastung aus Wurzelfüllmaterialien.

Als biologische Reaktion auf diesen immunologischen (Dauer-)Stress generiert jeder wurzelbehandelte Zahn eine sogenannte „silent inflammation“, also eine in der Regel stille (schmerzlose) und radiologisch oft nicht erkennbare Entzündung, welche in mehrfacher Hinsicht ein immunologisches Problem sein kann. „Silent inflammations“ können so immer mitursächlich für systemische Erkrankungen verschiedenster Art sein. Durch die Sanierung der vorhandenen (Dauer-)Entzündungen hatte in den beschriebenen Fällen das Immunsystem wieder Kapazitäten für die Heilung frei.

Dieser Film rief starken Widerstand vonseiten vieler zahnärztlicher Organisationen hervor und wurde auf deren Druck von bekannten Plattformen wie z.B. Netflix wieder entfernt. Scheinbar hat er aber in ein Wespennest gestochen. Nicht verwunderlich, denn er stellt einen ganzen Behandlungsbereich der etablierten Zahnmedizin infrage.

Wir kennen über das Problem der Zahnwurzelbehandlungen hinaus verschiedene immunologisch relevante Einflüsse von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen und wir finden es wichtig, in dem Bereich der ganzheitlich-biologischen Zahnmedizin weiterzuforschen, zu diskutieren und Erfahrungen zu sammeln.

Wir arbeiten mit innovativen Methoden, um das Immunsystem der Patienten zu entlasten, um damit, speziell bei chronisch Kranken, dessen Funktionalität möglichst wieder herzustellen. Denn jeder Organismus muss sich schließlich mit seinen körpereigenen Selbstheilungskräften eigenständig heilen – der Arzt kann dazu aus seinem Wissen heraus nur Hilfestellung geben.

Für Interessierte kann der Film "ROOT CAUSE" immer noch abgerufen werden unter:

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Bio beim Zahnarzt - Interview mit Dr. Johanna Graf https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/bio-beim-zahnarzt/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/bio-beim-zahnarzt/#comments Tue, 15 Dec 2020 12:24:00 +0000 Allgemein https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/bio-beim-zahnarzt/ Weiterlesen

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Grundlegende Fragen zur biologischen und Umwelt-Zahnmedizin sowie zu Keramikimplantaten werden bei dem folgenden Interview von pip beantwortet.

Nachfolgend können Sie sich den ganzen Artikel herunterladen:

Bio beim Zahnarzt - Interview


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"Störfeld Zahn": Wie Zähne & Zahnwerkstoffe den Organismus beeinflussen können - Dr. Karlheinz Graf https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/stoerfeld-zahn-wie-zaehne-zahnwerkstoffe-den-organismus-beeinflussen-koennen-dr-karlheinz-graf/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/stoerfeld-zahn-wie-zaehne-zahnwerkstoffe-den-organismus-beeinflussen-koennen-dr-karlheinz-graf/#comments Fri, 09 Oct 2020 17:52:00 +0000 Allgemein Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/stoerfeld-zahn-wie-zaehne-zahnwerkstoffe-den-organismus-beeinflussen-koennen-dr-karlheinz-graf/ Weiterlesen

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Insbesondere chronisch Kranke sollten ihr Immunsystems wieder funktionstüchtiger machen. Das bedeutet, dass immunologische Belastungen aller Art so weit wie möglich individuell erkannt und eliminiert werden müssten. Eine nicht zu unterschätzende Dominanz haben hierbei Zähne und zahnärztliche Werkstoffe. Für eine erfolgreiche Therapie wären diese Kenntnisse oft wichtig. Therapieblockaden aus dem zahnärztlichen Bereich werden üblicherweise aber wenig beachtet.

Dr. Karlheinz Graf erläutert in dem folgenden Interview die wesentlichsten immunologischen Belastungen aus der Zahnmedizin und therapeutische Gesichtspunkte einer sich daraus ergebenden biologischen Zahnmedizin.

Interview im Rahmen vom Online Detox Festival 2020 (02. bis 11. Oktober 2020).


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Keramikimplantate – verträglich, ästhetisch & sofort einsetzbar https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/keramikimplantate-vertraeglich-aesthetisch-sofort-einsetzbar/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/keramikimplantate-vertraeglich-aesthetisch-sofort-einsetzbar/#comments Mon, 09 Mar 2020 09:59:00 +0000 Allgemein Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/keramikimplantate-vertraeglich-aesthetisch-sofort-einsetzbar/ Weiterlesen

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Wenn Sie Wert auf Gesundheit, Aussehen und Zeitersparnis legen, sind Keramikimplantate die beste Wahl in der Zahnmedizin. Nachfolgend erhalten Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen wie Vor- und Nachteile, Kosten, Verträglichkeit, Haltbarkeit und Erfahrungen sowie einem Zeitplan.

Vorteile der Keramikimplantate im Vergleich zu Titanimplantaten

Titan ist ein unedles Metall und es ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass Titan-Implantate im Kiefer zu einem Teil korrodieren (sich zersetzen). Korrodierte Metalle im Körper können verschiedenste Nebenwirkungen auslösen und sind deshalb insbesondere bei chronisch Kranken, aber auch bei Gesundheitsbewussten, eher mit Vorsicht zu genießen.
Detaillierte Ausführungen können Sie im Artikel Titan Implantate mit Nebenwirkungen? nachlesen.

Im Vergleich zu Titan ist Keramik (Zirkonoxid) inert und kann sich nicht zersetzen – ist deshalb die „gesündere“, weil biologische Alternative in der Implantologie.

Weitere Vorteile sind:

  • sofortiger Zahnersatz nach einer Zahnentfernung
  • festsitzende, optisch ansprechende und funktionale Lösung
  • lästiges, herausnehmbares Provisorium entfällt
  • Verlust von Knochensubstanz in der Heilungsphase wird vermieden, was operative Knochen Rekonstruktionen ersparen kann

Keramikkronen auf Keramikimplantate

Dafür verwenden wir erfolgreich das 3-D-System – CEREC (CEramic REConstruktion). Ein Vorteil dieser weicheren Keramik ist, dass diese einen ähnlichen Härtegrad aufweist wie der natürliche Zahn und somit die Kiefergelenke und Kaumuskulatur gleichmäßig beanspruchen. Das Besondere an dieser Cerec Methode ist, dass die Kronen/Brücken direkt am Behandlungsstuhl innerhalb nur einer Sitzung konstruiert und eingesetzt werden kann.

Weitere Informationen.

Implantate


Verträglichkeit von Keramikimplantaten

Keramikimplantate aus Zirkonoxid kommen in Funktion und Aussehen der natürlichen Zahnsubstanz am nächsten. Das Material besitzt eine hohe Stabilität gegenüber den üblichen Belastungen (Säuren, heisse und kalte Speisen etc.) im Mund und reagiert nicht mit anderen Werkstoffen (Amalgam, Kunststoffen, Titan). Außerdem wächst aufgrund der biologischen Eigenschaften das Zahnfleisch an die Keramik an, schafft damit eine hervorragende Barriere gegen Bakterien und verhindert Zahnfleischrückgang und Knochenabbau – Zahnimplantate ohne Risiken.

Als Alternative zu wurzelgefüllten Zähnen gibt es medizinische Ergebnisse (1), die zeigen, dass sich bei systemischen, chronischen und immunologischen Erkrankungen durch eine Entfernung von wurzelgefüllten bzw. wurzeltoten Zähnen und dem Ersatz mit Keramikimplantaten das IFNγ-Level und IL10-Level deutlich verbessern können, d.h. es zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes kommt.

(1) Dr. Dr. (PhD) Johann Lechner (2019): Sind Sofortimplantate aus Keramik eine immunologisch-toxikologische Alternative zu endodontischen Zahnwurzel-Behandlungen?. umwelt . medizin – gesellschaft 1/2019 Seite 32,33.

Kosten/Preise von Keramikimplantaten

Nachdem auf Sofort-Implantaten eine sofortige provisorische Versorgung in einer Sitzung angefertigt wird, fallen übliche Kosten für ein herausnehmbares Provisorium als Zwischenlösung für eine Lückenversorgung weg. Unterm Strich sind die Gesamtkosten teilweise billiger als bei einer herkömmlichen (Spät)Versorgung mit Titanimplantaten.

Übernahme der Kosten von Krankenkassen
Keramikimplantate (ohne Kronen) werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen. Zusatzversicherungen erstatten Zahnimplantate aus Keramik je nach Tarif. Privatversicherungen erstatten Keramikimplantate in der Regel bis zu 100 %.

Haltbarkeit von Keramikimplantaten

Keramik, der Überbegriff für Zirkonoxid und wird auch als „König“ der Oxidkeramik bezeichnet. Hervorzuheben sind die Eigenschaften wie Beständigkeit gegenüber Verschleiß, geringe Wärmeleitfähigkeit, extrem glatte Oberflächen sowie eine Bruchzähigkeit vergleichbar mit Hartmetall. Zirkonoxid hat die herausragende Fähigkeit das Zahnfleisch anwachsen zu lassen und schafft damit eine dichte Barriere gegen Bakterien, was Zahnfleisch und Knochen erhält.

Bezüglich der Haltbarkeit der Keramikimplantate im Vergleich zu Titanimplantaten gibt es mittlerweile keinen Unterschied mehr, d. h. sie sind gleich haltbar.

In unserer Praxis verwenden wir SDS-Keramikimplantate (Swissdentalsolutions). Diese gewähren auf Ihre Produkte eine 10-jährige Einheilungsgarantie.

Erfahrungen mit Keramikimplantaten

Weit über 2.000 Keramikimplantate wurden bereits in unserer Praxis gesetzt. Die Patienten berichten über den Zahnersatz sehr positiv . Häufig müssen weder Schmerzmittel eingenommen werden, noch entstehen Schwellungen – dank der neutralen und damit entzündungsfreien Heilung von Keramikimplantaten.

Sprechen Sie gerne mit Patienten über Erfahrungen.

Implantate

Zahnimplantate aus Vollkeramik

Zeitplan bei Sofort Implantaten

  1. Termin: Analyse: Aufklärung und Besprechung des ‚Bonehealing-Concepts‘ mit Ausgabe der zugehörigen Nahrungsergänzungen, Erstellung einer aktuellen Röntgenaufnahme, Kostenvoranschlag.
  2. Termin: Extraktion des Zahnes und Setzung des Keramik-Implantats mit naturheilkundlicher Begleittherapie ohne Antibiotika/Cortison.
  3. Termin: Nach 6 Wochen Kontrolltermin.
  4. Termin: Nach weiteren 6-10 Wochen Versorgung des Implantats mit einer Keramikkrone.

Bei weiten Anfahrten nach Straubing und nach vorheriger telefonischer Rücksprache verbinden wir Termin 1 und 2 an einem Tag.

Haben Sie weitere Fragen oder möchten einen Termin?
Nehmen Sie gerne Kontakt auf unter 09421 – 6992 oder info@praxis-dr-graf.de.

Dr. Johanna Graf
Dr. Karlheinz Graf

Mitglied der ISMI (Int.Society of Metal Free Implantology = Internationale Gesellschaft für metallfreie Implantologie)

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Zähne als Risikofaktor für Rheuma? Ursachen erkennen und therapieren https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rheuma-zaehne-ursachen-therapien/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rheuma-zaehne-ursachen-therapien/#comments Mon, 03 Feb 2020 17:49:00 +0000 Allgemein Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/rheuma-zaehne-ursachen-therapien/ Weiterlesen

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Bei vielen rheumatischen Erkrankungen reagiert das Immunsystem über und greift körpereigenes Gewebe an. Typisch sind vorrangig entzündliche, später degenerative Gelenkserkrankungen (z. B. Arthritis). Im fortgeschrittenen Stadium bleiben die Beschwerden jedoch oft nicht auf die Gelenke beschränkt, sondern können sich auch auf andere Organe ausweiten.

Nach unseren Erfahrungen haben viele Rheumapatienten versteckte Entzündungen („silent inflammations“) bei Zähnen, in Leerkieferbereichen und durch metallische Werkstoffe. Sie rufen in der Regel weder Schmerz noch andere Symptome hervor, üben aber einen Dauerstress auf das Immunsystem aus.

Die 4 wichtigsten Mitursachen für Rheuma sind:

  • Wurzelfüllungen
  • Implantate, metallischer Zahnersatz, Amalgam
  • Degenerative Knochenerweichungen
  • Parodontose

Die Therapie dieser Entzündungen entlastet das Immunsystem, fördert den Heilungsprozess und kann Symptome und Schmerzen verbessern.

Wurzelbehandelte Zähne bei Rheuma

Jeder tote Zahn ist für das Immunsystem eine Mehrfachbelastung. Das hängt zum einen mit der Anatomie des Wurzelkanalsystems zusammen, zum anderen mit der bakteriellen Belastung aus den infizierten Wurzelkanälen.

Rheuma und wurzelbehandelte Zähne - Bild

Bild 1: Das Wurzelkanal-System im Zahn (Quelle: Graf: Störfeld Zahn; Elsevier-Verlag München 2010)

Selbst bei bester mechanischer Aufbereitung der Wurzelkanäle eines Zahnes können nur die Zentralkanäle einer Zahnwurzel gesäubert werden. Ein Wurzelkanal ist aber nicht wie ein Gartenschlauch, sondern eher wie ein Tannenbaum gestaltet (Bild 1).

Das bedeutet: Der „Stamm“ kann bei einer Wurzelbehandlung gesäubert und abgefüllt werden. In die feinen und feinsten Verzweigungen, die sich durch die Zahnwurzel genauso wie durch die Zahnkrone ziehen, bleiben jedoch nicht unwesentliche Mengen des abgestorbenen Zahnnervs und bilden so ein Depot von Leichengiften, die in Minidosen in den Organismus abgegeben werden und somit Teil einer Belastung werden, die ein Rheumatiker in der Regel nicht mehr kompensieren kann.

Potenziert (vervielfacht) wird diese Belastung durch Quecksilber (z.B. aus Amalgam), denn die Leichengifte reagieren leicht mit Quecksilber. Das so entstehende Dimethyl-Quecksiber ist ein hochtoxischer Stoff, der bis zu 200 Enzyme blockieren und somit massiven Einfluss auf den Stoffwechsel nehmen kann mit all seinen gesundheitlichen Folgen.

Des Weiteren gibt es keinen wurzelbehandelten Zahn, der trotz zahnärztlicher Desinfektionsbemühungen frei von Bakterien ist. Die dort befindlichen Mikroben finden in den undurchbluteten Gewebsresten im Kanalsystem ideale Voraussetzungen für eine bakterielle Dauer-Infektion.

Beim Gesunden kann diese immunologische Belastung, je nach individueller Konstitution, mehr oder minder lange kompensiert werden. Bei einem Rheumapatienten sind die Voraussetzungen jedoch kolossal anders, denn bei ihm ist die Belastungsgrenze und damit die Kompensationsfähigkeit des Immunsystems bereits überschritten. Zur Besserung seines Befindens sollten deshalb diese immunologischen Belastung minimiert werden.

Weitere Informationen unter: Belastung des Organismus durch wurzelbehandelte Zähne oder Zahn-Wurzelbehandlungen mit Nebenwirkungen.

Implantate / Zahnersatz mit Metall, Amalgamfüllungen bei Rheuma

Es gibt prinzipiell kein Metall, das im Mund absolut zersetzungsfrei ist. Die Abgabe von Metall-Ionen im Mund ist dabei unterschiedlich und hängt vor allem vom Milieu des Mundes und von der Zusammensetzung der Dental-Legierung ab. Metallischer Zahnersatz ist somit eine Quelle für metallische Ionen, die bei chronisch Kranken gesundheitliche Auswirkungen haben können.

Insbesondere das leider häufig noch verwendete Füllungsmaterial Amalgam sollte hierbei mit besonderer Vorsicht genossen werden (Bild 2).

Amalgam Fuellung

Bild 2: Amalgam-Füllung

Amalgam ist ein instabiles und zersetzungsaktives metallisches Gemenge, das nicht nur metallische Ionen, sondern auch Quecksilberdämpfe und -partikel kontinuierlich in die Mundhöhle abgibt. Das frei werdende Quecksilber ist das giftigste nichtradioaktive Element und somit auch in Minidosen langfristig gesundheitsgefährdend. Quecksilber ist zudem ein sogenannter „Potenzierungsfaktor“ für Umwelt-Schadstoffe, was bedeutet, dass unter Anwesenheit von Quecksilber andere Schadstoffe in ihrer toxischen Wirkung sich drastisch verschlimmern. Es ist somit ein Schadstoff oberster Priorität und sollte nicht nur bei Rheumatikern konsequent gemieden werden.
Weitere Informationen zu Amalgam unter: „EU schreitet bei Amalgam ein“ oder Toxizität von Amalgam- und Kunststoff-Füllungen.

Auch bei der Anwendung von metallischen Implantaten (meist aus Titan) ist der Beweis erbracht, dass durch die Korrosion (Zersetzung) des Implantats sich im Kiefer deutlich erhöhte Titanwerte im Kieferknochen nachweisen lassen. Auch die regionalen Lymphknoten im Implantatbereich sind nachweisbar stark durch Titan belastet.

Metalle können verschiedenste immunologische Wirkungen haben wie z.B. Blockade aktiver Zentren von Enzymen oder auch strukturverändernde Wirkungen auf Protein mit entsprechender immunaktiver Wirkung. Somit sollten bei allen Rheuma – Erkrankungen nach Möglichkeit keine Metalle im Mund verwendet werden.

Weitere Informationen auch unter: Titan Implantate mit Nebenwirkungen? oder Gesundheitliche Unwägbarkeiten durch Titan?.

Degenerative Knochenerweichungen (NICO) bei Rheuma

Bei den NICOs handelt es sich um isolierte Knochen-Nekrosen (Knochen-Erweichungen) meist in zahnlosen Kieferarealen, die nach unseren Erfahrungen gehäuft in Bereichen zu diagnostizieren sind,

  • in denen devitale, meist wurzelbehandelte Zähne entfernt wurden,
  • wo Zähne durch chirurgisch-operative Eingriffe entfernt wurden
  • nach Wundheilungsstörungen in der Folge von Extraktionen oder operativen Eingriffen
  • im distalen Molarenbereich, dem sogenannten 8er und 9er-Gebiet

Degenerative Knochenerweichungen sind isolierte Bezirke im Kiefer, in denen, man vermutet durch Minderdurchblutung, eine Knochennekrose (abgestorbener Knochen) vorzufinden ist. Dieser Hohlraum ist im Kiefer eingekapselt und umgeben von gesundem Knochen. Im Inneren dieser Knochenerweichung lassen sich verschiedenen Entzündungsmediatoren nachweisen, durch deren Ausschüttung und Weitertransport durch Blut und Lymphe es zu verschiedensten Erkrankungen fern der Ursache kommen kann. Damit können Gesundheitsbeeinträchtigungen und Symptome fern der Ursache ausgelöst werden, die für die die Schulmedizin oft unerklärlich sind.

Wissenschaftlich belegt sind Zusammenhänge mit

  • Allergien und Asthma
  • Gelenkserkrankungen
  • multipler Sklerose
  • Melanom-Erkrankungen
  • Brustkrebs
  • Altersdemenz und Morbus Alzheimer

Die Diagnostik einer diesbezüglichen Knochenerweichung ist schwierig, denn die herkömmlichen bildgebenden Verfahren (Panorama-Röntgenaufnahmen) lassen im Idealfall einen diesbezüglichen Knochenbezirk nur vermuten. Auch zeigt eine konventionelle 2-D-Panoramaschichtaufnahme nur sehr begrenzt die tatsächliche Ausdehnung und Lokalisation der bestehenden Osteolysen. Eine sichere Diagnostik kann nur durch einen DVT (digitale Volumen-Tomografie) oder durch Magnetresonanz erfolgen.

Weitere Information auch unter: NICO – die versteckte Entzündung im Kiefer

NICO Rheuma

Bild 3: Eingeschränkte Darstellbarkeit einer Knochenerweichung durch eine Röntgenaufnahme

Chronische Entzündung durch eine „Parodontose“ bei Rheuma

Bei der Parodontitis marginalis, wie die „Parodontose“ wissenschaftlich korrekt genannt wird, handelt es sich um eine Infektionserkrankung durch bakterielle, gramnegative Anaerobier. Die auslösenden Keime dafür sind bekannt, weshalb beim Vorliegen einer erhöhten Konzentration von sehr stark und/oder stark aggressiven Keimen in den Zahnfleischtaschen während der Therapie von Parodontitis in der Regel die Gabe von spezifischen Antibiotika und/oder die Instillation von Ozon in die Zahnfleischtasche empfohlen wird.

Interessant ist, dass sich die parodontal gefährlichen Keime als Bestandteil der natürlichen Mundflora bei fast jedem in unserer Gesellschaft nachweisen lassen, allerdings in wesentlich geringeren Konzentrationen als beim bereits Parodontitis Erkrankten (Entgleisung des bakteriellen Gleichgewichts). Ursachen dafür, warum beim Einen eine „gesunde“ Mischflora im Mund mit hauptsächlich grampositiven Aerobiern vorhanden ist, während beim Erkrankten eine „kranke“ Mischflora mit überwiegend gramnegativen Anaerobiern zu finden ist, sind genetische Veranlagung und äußere Bedingungen (Mundmilieu).

Parodontale Entzündungsfaktoren mit permanenter Ausschüttung von Entzündungsmediatoren sind Potenzierungsfaktoren für degenerative Erkrankungen aller Art und können somit externe Auslöser für Gelenksrheuma (Arthritis) sein.

Weitere Informationen unter: Die Parodontitis – wenn den Zähnen der notwendige Halt verloren geht oder Parodontitis.

Zusammenfassung – Behandlung der Zähne bei Rheuma

Beim Vorliegen einer rheumatischen Erkrankung hat die Entlastung des Immunsystems oberste Priorität. Einen wesentlichen Beitrag zur Überlastung des Immunsystems bilden, wie einleitend erwähnt, die sogenannten „silent inflammations“. Unter diesem Aspekt gilt es, verschiedene Belastungsfaktoren auch aus der Zahnmedizin zu erkennen und mit zu berücksichtigen. Das wird aus Unkenntnis in der Therapie jedoch häufig nicht beachtet. Die Sanierung von zahnmedizinischen Belastungsfaktoren kann den Behandlungserfolg deutlich steigern.

Bei der zahnmedizinischen Therapie hat nach unseren Erfahrungen die schonende Entfernung von Amalgam-Füllungen unter Gummi-Schutz (Kofferdam) und mit externer Sauerstoff-Beatmung und die Elimination von toten Zähnen höchste Wertigkeit.

Abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten sollte bei einer gesicherten Diagnose von chronischen Osteolysen (NICO) auch immer deren operative Entfernung in Erwägung gezogen werden. Zur Optimierung des Therapieerfolgs ist dazu eine vorherige Substitution mit bestimmten Nahrungsergänzungen sehr empfehlenswert.

Beim Vorliegen einer „Parodontose“ muss zwingend auch eine Sanierung des Zahnfleisches durchgeführt werden.

Metallimplantate, -füllungen, -zahnersatz im Mund sollten unterlassen werden zugunsten von metallfreien Alternativen.

Ist die rheumatische Erkrankung noch nicht zu weit fortgeschritten, so ist nach unserer Erfahrung bei einer konsequenten Zahnsanierung nach umwelt-zahnmedizinischen Aspekten teilweise sogar eine spontane Besserung der Beschwerden zu verzeichnen. Das Immunsystem ist weniger belastet und die Selbstheilungskräfte können wieder aktiver Ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen.

Zahnarzt: Dr. Johanna Graf und Dr. Karlheinz Graf
D-94315 Straubing

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Für einen Kontakt wenden Sie sich bitte per E-Mail info@praxis-dr-graf.de oder per Telefon 0 94 21 – 69 92 an uns.

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Neues Buch: Demenz – Prävention und Therapie https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neues-buch-demenz-praevention-und-therapie/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neues-buch-demenz-praevention-und-therapie/#comments Wed, 08 May 2019 10:05:00 +0000 Allgemein https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/neues-buch-demenz-praevention-und-therapie/ Weiterlesen

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Viele Einflüsse auf Alzheimer und Demenz lassen sich kontrollieren, so das Fazit der Autoren des Handbuches Demenz – Prävention und Therapie.
Als Co-Autoren haben Dr. Johanna Graf und Dr. Karlheinz Graf das folgende Kapitel verfasst: Dentalmedizinische Risiken für neurodegenerative Erkrankungen und deren Prävention.
Wir empfehlen Ihnen dieses wertvolle Buch – hier erhältlich.

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Lupus Erythematodes: Zähne als Ursache? https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/zaehne-als-ursache-eines-lupus-erythematodes/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/zaehne-als-ursache-eines-lupus-erythematodes/#comments Thu, 17 Jan 2019 16:18:00 +0000 aktuelles Thema Allgemein Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/zaehne-als-ursache-eines-lupus-erythematodes/ Weiterlesen

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Der Einfluss von toten Zähnen, Zahnkrankheiten, Füllungen und Implantaten auf Lupus Erythematodes wird unterschätzt. Erfahren Sie mehr über die Zusammenhänge und neue Ansätze in der Therapie und Behandlung.

Diagnose / Symptome von Lupus Erythematodes

Lupus erythematodes (engl. lupus erythematosus) ist eine systemische Autoimmunerkrankung, d.h. das körpereigene Immunsystem ist fehlreguliert: Es richtet sich gegen gesunde, körpereigene Zellen. Dadurch werden Organe geschädigt.

Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine sogenannte „Kollagenose“, eine Bindegewebserkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Diese kann in zwei verschiedenen Formen auftreten:

1. Der kutane Lupus erythematodes ist eine entzündlich-degenerative Erkrankung der Haut. Als Symptom tritt i.d.R. die typische „Schmetterlingsröte“ im Gesicht auf, welche die Diagnose vereinfacht. Auch Ausschläge der Haut sind möglich.

2. Für den systemischen Lupus erythematodes gibt es keine sicheren und dazugehörigen Haupt-Symptome. Es handelt sich hierbei um eine entzündlich-degenerative systemische Krankheit, bei der verschiedenste Organe betroffen sein können. Je nach Organbefall kommt es zu verschiedensten Symptomen wie z.B.

  • Rheuma: rheumatische Gelenksschmerzen bis hin zu Gelenksdeformationen
  • Arthritis
  • Allgemeinbeschwerden: Müdigkeit. Leistungsschwäche etc.
  • Nierenbefunden („Lupusnephritis“)
  • Blutgefäße: Eine Entzündung der kleinen Blutgefäße kann sich durch Einblutungen in der Haut oder Schleimhaut (rote Punkte oder Flecken) bis hin zu schmerzhaften Gefäßverengungen (Raynaud-Syndrom) zeigen.
  • Bluthochdruck
  • Schleimhautveränderungen: Schmerzlose offene Wunden in Nase und Mund
  • Lymphknotenerkrankungen

Für die Krankheit spielen sowohl eine genetische Anlage (Prädisposition), als auch innere und äußere Auslöser eine Rolle, wobei die inneren Auslöser u.a. körperlicher oder mentaler Stress, Entzündungen (Infektionen), Hormone und Hormonveränderungen sein können.

Damit kommt bei den inneren Auslösern die Zahnmedizin mit ihren chronisch-entzündlichen, chronisch-toxischen und hormonaktiven Einflüssen eine größere Rolle zu als vielfach angenommen: Nach unserer Erfahrung sind die immunologisch relevantesten Mitursachen aus der Zahnmedizin

  • Metalle (Amalgam, Gold- und „Sparlegierungen“, Nichtedelmetalle, Titan-Implantate)
  • Systemische Fluoridierungen zur Kariesprophylaxe
  • Kunststoffe z. B. in Füllungen
  • Abgestorbene Zähne mit ihren chronisch-entzündlichen und chronisch-toxischen Wirkungen
  • Degenerative Kiefer-Osteolysen (NICOs)
  • Parodontitis marginalis („Parodontose“)

Krankhafte Wirkungen der Zahnmedizin auf Lupus erythematodes:

Systemische Wirkung von Amalgam:

Bei Belastungen durch Metalle denkt jeder Therapeut zuerst an Amalgam (Bild 1). Nicht ganz zu Unrecht, denn es ist vielfach bewiesen, dass während der gesamten Tragezeit im Mund die Inhaltsstoffe aus den Amalgamfüllungen an den Organismus abgegeben werden. Diese sind vor allem Quecksilber, Silber und Zinn – Schwermetalle, die umweltmedizinisch als sehr gefährlich einzustufen sind.

Quecksilber, der Hauptbestandteil von Amalgam, ist das giftigste nichtradioaktive Element. Es wirkt 10 x giftiger auf die Nervenzellen als Blei und 3 x giftiger als Arsen oder Cadmium. Die Anzahl der wissenschaftlichen Studien über die allgemeine Toxizität von Amalgam ist erdrückend.

Amalgam Fuellung

Abb.1: Amalgam-Füllungen

Die krank machenden Folgen dieser stetigen, unterschwelligen Quecksilber-Vergiftung sind unter anderem:

  • Blockade aktiver Zentren von Enzymen (mit Einfluss auf den Gehirnstoffwechsel).
  • Konkurrenz zu Zink und Selen mit dem Ausfall von bis zu 200 Enzymen (Gehirnstoffwechsel).
  • Degenerative Veränderungen von Nervenzellen.
  • Potenzierende Wirkung von Quecksilber auf andere Schadstoffe.

Quecksilber kann ferner die räumliche Struktur von Körperproteinen so verändern, dass der Organismus sein eigenes Eiweiß nicht mehr erkennt und es als körperfremd angreift. So können Autoimmun-Erkrankungen mit verschiedensten Symptomen entstehen:

  • Lagert es sich z. B. am Knorpelprotein der Gelenke an, entsteht die Symptomatik von Rheuma (systemischer Lupus erythematodes),
  • lagert es sich an der Basalmembran der Oberhaut an, kann es zum kutanen Lupus erythemathodes kommen,
  • lagert es sich an den Blutgefäßen an, kann es zur entzündlichen Vasculitis (systemischer Lupus erythematodes) kommen

… um nur einige systemische Wirkungen zu benennen.

Weitere Informationen zu Amalgamsanierung und -ausleitung.

Systemische Wirkungen von dentalen Metallen:

Die Zahnmedizin arbeitet heute vielfach mit Legierungen in verschiedenster Zusammensetzung. Prinzipiell gibt es kein Metall, das unter Mundbedingungen absolut korrosionsstabil ist, was bedeutet, dass jedes Metall im Mund innerhalb eines bestimmten Zeitraums sich zu einem minimalen Grad zersetzt mit potenziell entzündlichen und toxischen Wirkungen.

Toxische Effekte entstehen dabei durch Funktionseinschränkungen

  • entgiftender Organe, wie z. B. Niere, Leber etc.,
  • von Steuerungsorganen wie z. B. Gehirn, Schilddrüse etc.,
  • hormonaler Systeme wie z. B. Hypophyse, Nebenniere, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Prostata etc.,
  • im zentralen und peripheren Nervensystem,
  • von Enzymen und damit des Stoffwechsels.

Wegen der entzündlichen Wirkung generell und der strukturverändernden Wirkung von korrodierenden Metallen an körpereigenen Proteinen können prinzipiell alle dentalen Metalle Auslöser eines Lupus erythematodes sein.

Systemische Wirkung dentaler Implantate:

Implantate bestehen in der Regel aus dem Werkstoff Titan. Dieses unedle Metall gilt in der Medizin als gut verträglich und unbedenklich. Für die Symptome eines Lupus erythematodes müssen jedoch vor allem die subtoxisch-entzündlichen Wirkungen durch korrodierende Implantate Beachtung finden.

Es ist erwiesen, dass metallische Titan-Implantate im Knochen korrodieren. Bei Betroffenen konnten überdurchschnittlich hohe Titanbelastungen im Implantat-tragenden Kieferknochen nebst hohen Titanwerten in den zugehörigen regionalen Lymphknoten, der ersten Filterstation des Organismus, nachgewiesen werden.

Korrodiertes Titan kann nach unserer Meinung bei entsprechender genetischer Anlage, genauso wie andere Metalle,

  • Entzündungsreaktionen,
  • Intoxikationen und
  • Autoimmun-Erkrankungen

hervorrufen, und damit Auslöser für Lupus erythematodes Schübe sein.

Systemische Wirkung von Fluoriden bei Lupus erythematodes:

Körpereigenes, vitales Eiweiß wird in unserem Körper vielfach durch Wasserstoffbrückenbindungen in seiner räumlichen Struktur gehalten.

Schon in den 1990er-Jahren hat Yiamouyiannis beschrieben, dass Fluoride so reaktionsfähig seien, dass sie biologische Wasserstoff-Brücken-Bindungen auflösen könnten und so die räumliche Stabilität des körpereigenen Eiweißes verändern. Die so entstehenden Variationen können so nachhaltig sein, dass der Körper irgendwann sein eigenes Eiweiß nicht mehr als solches erkennen kann und dieses als körperfremd autoagressiv angreift – ein Vorgang, wie er bei der Krankheit des Lupus erythematodes stattfindet.

Insofern scheint es uns nicht abwegig zu sein, Fluoride als Mitauslöser eines Lupus erythematodes in Erwägung zu ziehen.

Systemische Wirkung von Kunststoffen bei Lupus erythematodes:

In der Zahnmedizin werden Kunststoffe in der Prophylaxe (Fissurenversiegelung), in der Füllungstherapie (oft auch als Amalgam-Ersatz), in der Kieferorthopädie (zum Befestigen von Multibandapparaturen oder auch für herausnehmbare Spangen), in der Prothetik (zum Ersatz von fehlenden Zähnen und zur Verblendung von Zahnkronen) und in der Implantologie (als Titanersatz) verwendet.

Die Kunststoffe können prinzipiell hormonale Wirkung entfalten. So ist ein Bestandteil des Bis-G(D)MA (Methacrylate) das Bisphenol A. Dieses kann sich an die Östrogen-Rezeptoren der Zellen binden und eine östrogenähnliche Reaktion im Organismus hervorrufen. Bezüglich weiterer systemisch-hormoneller Wirkungen von Kunststoffen besteht dringender Forschungsbedarf.

Blockieren Kunststoffe die Wasserstoffbrückenbindung von Proteinen, so kann sich auch hier die räumliche Struktur dieser verändern. Soweit, dass der Organismus sein eigenes Protein nicht mehr erkennt und als körperfremd angreift (gleicher Mechanismus wie bei Amalgam oder Fluoriden).

Sowohl durch die hormonähnliche Wirkung, als auch durch die Veränderung von Eiweiß-Strukturen können dentale Kunststoffe bei entsprechender Veranlagung als externe Faktoren für einen Lupus erythematodes Schub mitverantwortlich sein.

Weitere Informationen zu Kunststoffen in der Zahnmedizin.

Systemische Wirkung von nervtoten (wurzelbehandelten) Zähnen bei Lupus erythematodes:

Jeder nervtote Zahn ist eine Mehrfachbelastung für das Immunsystem. Das Hauptproblem bildet dabei das Wurzelkanalsystem, das sich wie ein Tannenbaum durch den gesamten Zahn zieht (Abb. 2). Egal mit welcher Methode und wie sehr sich der Zahnarzt bemüht – nur die Zentralkanäle können erreicht werden.

So verbleiben in den feinen Verzweigungen Reste der ehemaligen Zahnpulpa, und zwar in nicht unerheblichen Mengen. Diese Reste des ehemaligen Zahnnervs sind nekrotisierende organische Gewebe, die sich zu Mercaptan und Thioäther (Leichengifte) abbauen, welches permanent in Minidosen an den Organismus abgegeben wird. Diese hochtoxischen Belastungen können entzündlich auf das Immunsystem wirken.

Als weiterer immunologischer Belastungsfaktor aus wurzelbehandelten Zähnen ist die permanente Infektion durch Bakterien aus dem Wurzelkanalsystem zu benennen.

Es gilt als erwiesen, dass jeder nervtote Zahn bakteriell überwiegend mit Anaerobiern infiziert ist. 

Diese Bakterien finden im nicht mehr durchbluteten, nekrotisierenden Kanalsystem ideale Bedingungen.

Ein nervtoter Zahn ist somit eine stetige Infektionsquelle und ein stetiger Entzündungsfaktor für den Organismus und somit ein möglicher Auslöser für einen Lupus erythematodes.

Wurzelkanal Fuellung

Abb.2: Das Wurzelkanal-System im Zahn

Chronische Entzündung durch fettig degenerative Osteolysen im Kieferknochen:

Diese Knochen-Nekrosen können prinzipiell in jedem Kieferareal vorkommen. Nach den Erfahrungen aus unserer Praxis treten sie überwiegend in folgenden Bereichen auf,

  • in abgestorbenen, meist wurzelbehandelten Zähnen,
  • bei Zähnen, die durch chirurgisch-operative Eingriffe entfernt wurden,
  • nach Wundheilungsstörungen in der Folge von Extraktionen oder operativen Eingriffen,
  • im distalen Molarenbereich, dem sogenannten 8er- und 9er-Gebiet.

Es handelt sich um eine lokale Entzündung im Kieferknochen, ohne die sonst typischen Entzündungszeichen wie Schmerz, Rötung oder erhöhte Temperatur. Sie bleiben deshalb in der Regel symptomlos und meist unerkannt.

Der Entzündungsbezirk ist mit den herkömmlichen zahnärztlichen Röntgenverfahren nur schwer zu erkennen (Abb. 3). Zum sicheren Nachweis bedarf es einer digitalen Volumen-Tomografie (DVT) oder Magnetresonanz.

NICO versteckte Entzuendung

Bild 3: Mit einer herkömmlichen Röntgenaufnahme (Bild) kaum zu diagnostizierende chronische Osteolyse im Weisheitszahnbereich

Immunologisch sind in den Arealen einer chronischen Osteolyse u. a. die Entzündungsmediatoren RANTES nachzuweisen. Somit scheint die chronische Osteolyse eine chronisch-unterschwellige, nicht von selbst ausheilbare Entzündung („silent-inflammation“) und damit ein externer Auslöser eines Lupus erythematodes zu sein.

Chronische Entzündung durch eine Parodontitis marginalis („Parodontose“):

Bei der Parodontitis marginalis handelt es sich um eine Erkrankung durch bakterielle, gramnegative Anaerobier. Diese wirken bei Betroffenen in der Regel primär chronisch entzündlich.

Parodontale Entzündungsfaktoren mit permanenter Ausschüttung von Entzündungsmediatoren können somit externe Auslöser für einen Lupus erythematodes sein.

Weitere Informationen zur Therapie von Parodontose.

Zusammenfassung:

Lupus erythematodes ist eine Erkrankung aus dem rheumatischen Formenkreis. Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und betreffen meist die Haut. Auch Rheuma ist ein häufiges Symptom dieser Krankheit. Die Erkrankung als solche gilt als nicht heilbar.

Die Therapie des Lupus erythematodes zielt darauf ab, eine Verschlimmerung der Krankheit und deren Folgeschäden sowie die mit der Krankheit verbundenen Einschränkungen zu verhindern oder zu vermindern. Ein wesentlicher Aspekt der Therapie ist die Prävention von Krankheitsschüben.

Mit-Ursachen von Krankheitsschüben sind innere und äußere Faktoren, wobei u.a. die Vermeidung von Infektionen (Entzündungen) und hormonelle Faktoren eine Rolle spielen.

Das Immunsystem von Betroffenen kann durch

  • die geschützte! Entfernung von Amalgam sowie die begleitende naturheilkundliche Unterstützung,
  • die Vermeidung von Metallen und Kunstoffen und ggf. Testung,
  • die Behandlung von Parodontose,
  • die Behandlung von chronisch entzündlichen Kieferknochentzündungen,
  • das Vermeiden fluoridierter Zahncreme sowie Fluoridierungen
  • die Meidung von nervtoten Zähnen

entlastet und unterstützt werden.

Die Prognose von Krankheitsschüben bei Lupus erythematodes wird nach unserer Ansicht  umso günstiger, je weniger Belastungen aus den vorgenannten Immunstressoren vorhanden sind, was bedeutet, dass betroffene Patienten durch entsprechende zahnmedizinische Behandlungen in eine deutlich günstigere Ausgangslage kommen können.

Somit ist eine diesbezügliche schonende Eliminationstherapie bei der Diagnose „Lupus“ als Präventionsbehandlung immer sinnvoll. Wissen über die ganzheitlich-systemischen Zusammenhänge und eine Zahnsanierung nach den Kriterien der Umwelt-Zahnmedizin sind bei der Therapie zwingende Voraussetzung.

Dr. Johanna Graf & Dr. Karlheinz Graf

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EU schränkt Einsatz von Amalgam ein – Verbot ist längst überfällig https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/eu-schraenkt-einsatz-von-amalgam-ein-verbot-ist-laengst-ueberfaellig/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/eu-schraenkt-einsatz-von-amalgam-ein-verbot-ist-laengst-ueberfaellig/#comments Thu, 16 Aug 2018 09:34:00 +0000 Allgemein https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/eu-schraenkt-einsatz-von-amalgam-ein-verbot-ist-laengst-ueberfaellig/ Weiterlesen

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Ab 1. Juli 2018 sollen Zahnärzte Amalgam bei Kindern sowie schwangeren und stillenden Frauen nur noch in absoluten Ausnahmen nutzen, erklärte die EU-Kommission. Ein grundsätzliches Verbot ist damit vorerst vom Tisch.

Stattdessen wird bis 2020 geprüft, ob Zahnärzte ab 2030 ganz darauf verzichten können. Thema waren vor allem Gesundheitsrisiken bei der Verarbeitung und der Entsorgung der Füllungen sowie bei der Verbrennung von Verstorbenen in Krematorien. Die Amalgam-Füllungen im Mund schätzt die EU-Kommission als für Patienten ungefährlich ein, da sie im Mund „verkapselt“ seien.

Diese Einschätzung einer Ungefährlichkeit ist bewiesenermaßen falsch, denn Amalgam im Mund ist eine stete Quelle von Quecksilber-Emissionen – zwar in täglichen Minidosen, aber durch den Faktor Zeit kumulierend. Zum großen Teil speichert sich das Quecksilber an organischen Strukturen und verbleibt auf diese Art lange Zeit im Organismus mit all seinen gesundheitlich negativen Auswirkungen.

Quecksilber ist das giftigste, nichtradioaktive Element. Es ist 10x giftiger auf das Nervensystem als Blei und 3x so giftig wie Arsen oder Cadmium. Bereits in den 1990er Jahren wurde der Nachweis erbracht, dass Quecksilberdampf das Wachstum einer Nervenzelle abrupt stoppt und sie degenerieren lässt.
Aus einer Tabelle über die tägliche Quecksilberaufnahme geht hervor, dass durch die Exposition durch Quecksilberdampf aus Amalgamfüllungen die mit Abstand höchste Quecksilberbelastung des Menschen resultiert. Quecksilber-Dampf entsteht bei Amalgamträgern z.B. beim Konsum heißer Speisen , gelangt direkt über die Riechnerven ins Gehirn, reichert sich dort an. Bereits bei 0,04 ppm Methyl-Hg beginnt die Zerstörung der Astrozyten im Gehirn, ab 0,2 ppm Hg-Ionen werden die Glia-Zellen des Gehirns zerstört und ab 1 ppm Hg-Ionen werden wichtige Enzym-Aktivitäten im Gehirn reduziert mit möglichen Folgeerkrankungen.

Die Anzahl der wissenschaftlichen Studien über die allgemeine Toxizität von Amalgam ist erdrückend.
Die toxische Wirkung von Quecksilber ist:

  • Enzymblockade und Inaktivierung von Co-Enzymen
  • Verstärkte Bildung freier Radikale
  • Verstärkte Resistenz gegen Antibiotika
  • Proteinbindung bis hin zu Autoimmunerkrankungen
  • Schädigung von Nervenzellen
  • Schädigung der DNA

Bekannt ist u.a. auch, dass die Quecksilber-Konzentration im Gehirn in direkter Relation zur Zahl der Amalgam-Füllungen steht, dass die Quecksilber-Konzentration in der Follikelflüssigkeit gebärfähiger Frauen mit der Anzahl der Amalgamfüllungen überein stimmt und dass die Quecksilber-Konzentration von Ungeborenen in Leber, Niere und Gehirn in direkter Beziehung zur Zahl der Amalgamfüllungen der Mutter steht.

Neben seiner Toxizität erhöht Quecksilber massiv die schädliche Wirkung einer Vielzahl von Umweltbelastungen (Potenzierungseffekt) wie z.B. von chlororganischen Verbindungen (Insektizide, Pestizide aus der Nahrung), hat potenzierende Wechselwirkungen mit Aluminium, Blei, Gold oder Titan und verschlimmert durch die Bildung von hochtoxischem Dimethyl-Quecksilber (kann bis zu 200 Enzyme blockieren) die toxische Wirkung von wurzelbehandelten Zähnen. Auch eine Verdopplung der Quecksilberabgabe aus Amalgamfüllungen durch w-lan (e-smog) muss hier noch Erwähnung finden.

Leider steigt die Zahl der chronisch Kranken in beängstigender Weise. Eine Mitursache dafür ist die permanent steigende Umweltbelastung, in der die Quecksilberbelastung aus der Um- und Inwelt einen wesentlichen Part, gerade auch bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen, einnimmt. Der Mechanismus ist dabei ähnlich wie der bei Fluorid-Intoxikationen: Quecksilber lagert sich an Körperproteinen an und ändert deren räumliche Struktur in einer Weise, dass der Organismus sein eigenes Körperprotein nicht mehr als das Seinige erkennt und es als körperfremd angreift. Je nachdem, an welcher organischen Struktur dieser Mechanismus stattfindet, entstehen verschiedenste Krankheiten:

Lagert sich Quecksilber an Myelinscheiden des Nervensystems an und zerstört diese, dann heißt die Krankheit „multiple Sklerose“ oder „amyotrophe Lateral Sklerose“,

  • an der Nervenzelle –> Demenz, M. Parkinson, M. Alzheimer
  • in der Muskulatur –> Fibromyalgie
  • im Energie-Stoffwechsel –> chronisches Müdigkeits Syndrom (CFS)
  • am Knorpelgewebe –> Rheumatische Erkrankungen
  • an der Basalmembran der Haut –> Lupus erythematodes
  • im Darm –> M. Crohn
  • in der Schilddrüse –> Hashimoto Thyreoiditis

Verschlimmert werden diese Erkrankungen oft in Kombination mit genetischen Schwächen und massiven Vitalstoff-Mängeln, durch Wechselwirkungen mit einer riesigen Menge von Umwelt-Toxinen, durch Elektrosmog, Infektionen und chronischen Entzündungen.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass ein Therapieansatz eines chronisch Kranken neben einer Amalgamentfernung auch diese Palette der Belastungen mit berücksichtigen sollte. Eine alleinige schonende Amalgam-Entfernung nach den Kriterien der DGUHT e.V. ist in der Regel nicht ausreichend, sondern nur der Beginn einer Amalgam-Sanierung.

Nach unserer Ansicht kann eine Anwendungseinschränkung für Amalgam nur der Beginn für ein generelles Amalgam-Verbot sein – und das sollte im Interesse eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes nicht erst in 2020 neu diskutiert werden, sondern baldmöglichst eintreten.

Vorerst bleibt es dem Gesundheitsbewussten und dem Umweltkritischen vorbehalten, durch persönliche Informationen seinen eigenen „Weg der Prophylaxe“ zu gehen.

Tipps für Amalgam-Belastete Patienten:

  1. Sehr schonende Amalgam-Entfernung mit niedrigtourigen Fräsen, Schutzgummi, bester Absaugung und externer Sauerstoffzufuhr mit semipermanenter Zwischenversorgung durch Steinzement.
  2. Dann Amalgam-Ausleitung: Dazu gibt es sehr verschiedene Wege. Entscheidend über das WIE ist die Höhe der Belastung und die körpereigene Entgiftungsfunktion.
  3. Nach Amalgam-Entfernung sollten die potenziellen Potenzierungsfaktoren wie z.B. nervtote Zähne, Metalle im Mund, chronische Entzündungen saniert werden.
  4. Nach einer, teils langjährigen Entgiftungsphase kann eine definitive Versorgung der Defekte mit einer hochwertigen Versorgung ins Auge gefasst werden.
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NICO – die versteckte Entzündung im Kieferknochen https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/nico-die-versteckte-entzuendung-im-kieferknochen/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/nico-die-versteckte-entzuendung-im-kieferknochen/#comments Sun, 29 Jul 2018 16:57:00 +0000 Allgemein Veröffentlichung https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/nico-die-versteckte-entzuendung-im-kieferknochen/ Weiterlesen

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Die NICO (FDOK) ist eine vielfach unerkannte chronische Entzündung im Kiefer, die Dauerstress für das Immunsystem hervorruft und damit Mitverursacher für eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen ist. Sie verläuft in den meisten Fällen schmerzlos, ohne lokale Entzündungszeichen und wird somit vielfach nicht wahrgenommen, unter anderem auch deshalb, weil sie nicht einfach und in herkömmlicher Art ärztlich zu diagnostizieren ist. Sie ist aber trotzdem eine Dauerbelastung für das Immunsystem…

Den ganzen Artikel aus der Co.med (Juni 2018) können Sie sich nachfolgend herunterladen.

NICO – die versteckte Entzündung im Kieferknochen

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Wurzelbehandlung = Krank? https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-krank/ https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-krank/#comments Sun, 10 Jun 2018 17:35:00 +0000 Allgemein https://www.praxis-dr-graf.de/aktuelles/wurzelbehandlung-krank/ Weiterlesen

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Die Doku (< 6min) klärt darüber auf, welche gesundheitlichen Folgen (chronische Belastungen, Entzündungen, Symptome) eine Wurzelbehandlung haben kann und worauf Sie achten sollten.

Link: https://youtu.be/4a-XCYW8w-M

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